Immer wieder gibt es Streit mit der Familienkasse , in welchen Monaten außerhalb der Berufsausbildung volljährige Kinder Anspruch auf Kindergeld haben. Dazu hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einigen Fällen entschieden:

  • Ein Sohn hatte ab Januar eine Ausbildung in Aussicht, die erst im September begann. Bis Ende Mai hatte er einen Job und war danach bis September arbeitslos. Der Sohn kann grundsätzlich ab Januar Kindergeld bekommen, da ihm seit dieser Zeit ein Ausbildungsplatz zugesagt wurde, urteilte der BFH. Da aber der junge Mann bis Ende Mai voll gearbeitet hat, steht ihm erst ab Juni Kindergeld zu (Az. VIII 77/00).
  • Aufpassen müssen junge Eltern, die wegen Elternzeit ihre Ausbildung in vollem Umfang unterbrechen. Da diese Zeit nicht als Ausbildungszeit zählt, haben sie für sich selbst keinen Anspruch auf Kindergeld (Az. VIII R 47/02).
  • Kindergeld gibt es auch nicht für den Zeitraum nach der Ausbildung bis zum Beginn eines freiwilligen sozialen Jahres, wenn die Übergangszeit länger als vier Monate dauert. Während des sozialen Jahres besteht aber wieder Anspruch auf Kindergeld (Az. VIII R 78/99).
  • Außerdem zählt nicht jeder Auslandsaufenthalt als Ausbildung, nur weil der Nachwuchs seine Sprachkenntnisse verbessert. Das klappt nur, wenn er im Ausland eine anerkannte Berufsausbildung (College oder Universität) absolviert. Anerkannt sind auch Au-pair-Aufenthalte, wenn dazu ein Sprachunterricht mit wöchentlich mindestens zehn Stunden gehört (Az. VIII R 79/99).

Tipp: Besteht Anspruch auf Kindergeld, müssen Eltern erwachsener Kinder beachten, dass das Kind unter der Einkünfte-/Bezügegrenze von 7 188 Euro im Jahr bleibt (siehe auch „Steuertipps zum Jahresende“).

Dieser Artikel ist hilfreich. 158 Nutzer finden das hilfreich.