Haben Auszubildende ihren 18. Geburtstag gefeiert, bekommen Eltern das Kindergeld nur weiter, wenn die Einkünfte und Bezüge des Nachwuchses in diesem Jahr unter 7 188 Euro bleiben (auch in 2003 bleibt es bei 7 188 Euro). Erreicht das Kind die Volljährigkeit im Laufe des Jahres, sinkt der Grenzbetrag. Wird ein Azubi im September 18, bilden vier Zwölftel des Jahresbetrags, also 2 396 Euro, die kritische Einkommensgrenze. Kritisch ist sie auch deshalb, weil die Familienkasse zu den Einkommen auch tarifliche Sonderzahlungen rechnet. In einem Streitfall, der vor dem Bundesfinanzhof (BFH) landete, wurden dem Azubi ausgerechnet im September Sonderzahlungen für das ganze Jahr gezahlt. Der BFH entschied: Zur Ausbildungsvergütung von September bis Dezember dürfen die Sonderzahlungen nur zeitanteilig mit 4/12 hinzu­gerechnet werden. Übersteigen die Einkünfte nach Abzug der Werbungskosten (oder des zeitanteiligen Arbeitnehmerpauschbetrags) diesen anteiligen Jahresgrenzbetrag dann nicht, ist das Kindergeld gerettet (Az. VI R 113/99).

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