Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs gibt es für volljährige behinderte Kinder auch dann Kindergeld, wenn sie auf Kosten von Sozialleistungsträgern stationär in Heimen untergebracht sind (Az: VI R 183/97, VI R 40/98, VI R 182/98). Mit gleich drei Urteilen kippten die obersten deutschen Finanzrichter die bisherige Praxis der Familienkassen, Eltern solcher Kinder das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag zu verweigern. Künftig gilt wie bei anderen volljährigen Kindern in Ausbildung das Kriterium, dass die steuerlichen Kindervergünstigungen nur entfallen, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge eines Kindes seinen Lebensbedarf voll decken. Das dürfte aber eher selten der Fall sein. Der Lebensbedarf des Kindes ergibt sich aus dem gesetzlich festgelegten Grundbedarf, das sind in diesem Jahr 13.500 Mark, und einem behinderungsbedingten Mehrbedarf.

TiPP: Wie und wann die Verwaltung auf die Entscheidung des BFH reagiert, ist noch offen. Betroffene Eltern sollten bis auf weiteres Einspruch einlegen beziehungsweise an ihren Einsprüchen festhalten.

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