Die Familienkasse muss für ein behindertes Kind, das bereits einen Beruf erlernt hat, auch nach dem 18. Lebensjahr Kindergeld zahlen. Und zwar dann, wenn es wegen seiner Behinderung (mindestens 50 Prozent oder Merkmal H im Behindertenausweis) nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen kann. Das hat der Bundesfinanzhof entgegen der Auffassung der Familienkasse in einem Beschluss bekräftigt (Az. VI B 178/01).

Messlatte dafür, ob das behinderte Kind selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommt, sind seine monatlichen Einnahmen. Von seinen Einkünften und Bezügen können die Eltern jeweils den behindertenbedingten Mehrbedarf wie den Behindertenpauschbetrag von bis zu 3 700 Euro im Jahr je nach Grad der Behinderung abziehen. Bleibt das Ergebnis unter der Jahresgrenze von 7 188 Euro (2002), muss die Familienkasse jeden Monat Kindergeld überweisen.

Tipp: Kindergeld erhalten Eltern unter den gleichen Bedingungen über das 27. Lebensjahr des Kindes hinaus, wenn der Nachwuchs bereits vor dem 27. Geburtstag behindert war. Anspruchsberechtigt sind sogar Nichtverwandte, die ein behindertes Kind in ihrem Haushalt aufnehmen und es wie ein eigenes Kind versorgen, entschied das Niedersächsische Finanzgericht (Az. 4 K 139/97 KI).

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