Kinder­geld bis 25: Auch ein Praktikum für den künftigen Job zählt als Ausbildung.

Bis zum Ende der Ausbildungs­zeit muss es Kinder­geld geben – selbst wenn die Abschluss­prüfung früher bestanden wurde. Das hat der Bundes­finanzhof (BFH) aktuell entschieden. Bedingung: Das Kind bereitet sich „ernst­haft“ und „nach­haltig“ auf sein Berufs­ziel vor (Az. III R 19/16).

Der Fall

Die Familien­kasse wollte einem Vater das Kinder­geld nur bis Juli 2015 zahlen, weil seine Tochter in diesem Monat die Abschluss­prüfung zur Heil­erziehungs­pflegerin bestanden hat. Dagegen klagte er und gewann. Weil die Ausbildung erst im August endete und die Tochter erst ab September berechtigt war, sich Heil­erziehungs­pflegerin zu nennen, muss nun die Familien­kasse auch für August Kinder­geld zahlen.

So viel Geld gibts für Kinder in Ausbildung

Eltern erhalten für ihre Kinder in Ausbildung monatlich 194 Euro Kinder­geld, für das 3. Kind 200 Euro und ab dem 4. Kinder 225 Euro. Sind die Bedingungen dafür erfüllt, gibt es die Kinder­frei­beträge, wenn diese güns­tiger sind als das Kinder­geld, und bis zu 924 Euro Ausbildungs­frei­betrag im Jahr, wenn das Kind auswärts unterge­bracht ist.

Voraus­setzungen für den Bezug von Kinder­geld

Als Ausbildung zählt auch ein Sprach­kurs von mindestens 10 Stunden in der Woche während eines Au-pair-Jobs oder wenn das Kind im Ausland aufs College geht. Auch zwischen zwei Ausbildungs­abschnitten etwa zwischen Schule und Studium gibt es für maximal vier Monate Kinder­geld. Das Einkommen des Kindes spielt keine Rolle mehr. Nur die Arbeits­zeit darf nach Abschluss des Ausbildungs­ziels bei einer Zweit­ausbildung im Schnitt nicht mehr als 20 Stunden pro Woche betragen. Ein Minijob zählt hier nicht.

Tipp: Beantragen Sie in jedem Fall das Kinder­geld, denn das Geld gibt es nur maximal 6 Monate rück­wirkend.

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