Hat die Familienkasse einmal das Kindergeld abgelehnt oder die Zahlung aufgehoben, ist für die Zukunft noch nicht alles verloren. Beantragen die Eltern erneut Kindergeld, muss die Familienkasse wieder prüfen, ob ihnen das Geld zusteht.

Bisher wollte die Familienkasse nur ab dem Zeitpunkt Kindergeld bewilligen, ab dem die Eltern den neuen Antrag stellten. Diese Praxis ist jedoch falsch. Das stellte das oberste deutsche Bundesgericht, der Bundesfinanzhof, in zwei Entscheidungen klar: Den Eltern steht auch rückwirkend Kindergeld zu, wenn die Bedingungen hierzu erfüllt sind (Az. VI R 78/98, Az. VI R 164/98). Die Familienkasse muss deshalb für die Monate nachzahlen, in denen bereits per Gesetz ein Anspruch auf Kindergeldzahlung besteht. Und dies auch, wenn die Eltern zu diesem Zeitpunkt noch keinen Antrag eingereicht hatten.

Forderte zum Beispiel die Familienkasse am 5. Dezember 2001 das Kindergeld für 2001 zurück, können die Eltern wieder ab Januar Kindergeld erhalten. Auch wenn sie den Antrag dafür erst im Februar oder später einreichen, muss die Familienkasse rückwirkend ab Januar 2002 zahlen, wenn die Voraussetzungen schon seit Januar erfüllt sind.

Tipp: Auch Eltern, für die sich der Kinderfreibetrag per Steuerjahresausgleich günstiger auswirkt als das Kindergeld, sollten Kindergeld bei der Familienkasse beantragen. Mit diesem Vorgehen verschenken sie nichts. Sollten Mutter oder Vater einmal weniger verdienen und dann das Kindergeld mehr bringt als der Kinderfreibetrag, haben sie keine Nachteile.

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