Kindergeld

Wieder einmal haben Eltern beim Bundesfinanzhof gegen die Familienkasse gewonnen. Jugendliche, die zwischen zwei Ausbildungen voll arbeiten, können nach Auffassung der Richter ihren Unterhalt selbst bestreiten. Eltern haben deshalb in dieser Zeit keinen Anspruch auf Kindergeld. Die Familienkassen dürfen deshalb auch Einkünfte und Bezüge aus diesen Monaten nicht zu den Jahreseinkünften rechnen und das Kindergeld für das ganze Jahr streichen, wenn sie zu hoch sind. Im entschiedenen Fall hatte die Tochter vom Ende der Berufsausbildung bis zum Beginn eines Wirtschaftsstudiums zwei Monate lang voll im zuvor erlernten Beruf als Steuerfachgehilfin gearbeitet. Die Familienkasse ging davon aus, dass die Eltern auch in dieser Zeit Anspruch auf Kindergeld haben, und rechnete die Einkünfte aus beiden Monaten an. Zusammen mit dem Verdienst aus der Ausbildungszeit kam in zwölf Monaten zu viel zusammen. Die Eltern bekamen für das ganze Jahr kein Kindergeld.

Das entschied der Bundesfinanzhof anders. Nach seiner Auffassung bestand nur in den zehn Monaten der Ausbildung Anspruch auf Kindergeld. Deshalb durften die Familienkassen auch nur Einkünfte und Bezüge der Tochter aus dieser Zeit anrechnen. Die waren aber so niedrig, dass sie das Kindergeld nicht gefährden konnten.

Doch nicht für alle Eltern ist das Urteil aus München ein Glücksfall. Es gibt danach grundsätzlich kein Kindergeld, wenn Jugendliche zwischen zwei Ausbildungen Vollzeit arbeiten ­ also auch dann nicht, wenn die Einkünfte und Bezüge aus dieser Zeit keine Gefahr für das Kindergeld sind (Az. VI R 39/00).

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