Kindergeld Meldung

Viele Finanzämter haben die erste Nachzahlung zur Familienförderung der Jahre 1983 bis 1995 falsch berechnet. Auf Grund der Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts müssen sie prüfen, ob nach Abzug des zustehenden Kindergelds vom Kinderfreibetrag das Existenzminimum des Kindes in diesen Jahren steuerfrei gestellt war.

Aus Vereinfachungsgründen setzten die Beamten stets den Jahresbetrag an Kindergeld an, obwohl das Kind zum Beispiel während des Wehr- oder Zivildienstes oder in Monaten mit zu viel eigenem Einkommen null Mark Kindergeld erhalten hat. In diesen Fällen muss der Erstattungsbetrag höher ausfallen, als das Amt bisher berechnet hat.

Beispiel: 1994 erhielten Eltern statt 840 Mark (12 x 70) null Mark Kindergeld. Das Finanzamt rechnet zum Einkommen der Eltern den Kinderfreibetrag hinzu und zieht das gültige Existenzminimum ab. Den so ermittelten Steuerbetrag ziehen sie vom bisher berechneten Steuerbetrag ab. Die Differenz, gemindert um 840 Mark Kindergeld, ergibt den Erstattungsbetrag. Damit kann im ungünstigsten Fall eine Rückzahlung am Ende sogar ganz wegfallen. Denn es wurden eventuell 840 Mark zu viel abgezogen.

Tipp: Betroffene Eltern sollten gegen ihren Steuerbescheid vorsorglich Einspruch einlegen, bis der Bundesfinanzhof über die korrekte Berechnung entschieden hat (Az. VI R 35/00). In Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz haben die Finanzverwaltungen ihre Beamten bereits angewiesen, die ausgestellten Steuerbescheide offen zu halten.

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