Eine allein stehende Mutter hat vor dem Bundesverfassungsgericht erreicht, dass sie ihre Kinderbetreuungskosten für das Jahr 1997 vom ersten Cent an absetzen kann. Das Urteil stellt auch den heutigen Abzug von Betreuungskosten, den mittlerweile auch Ehepaare nutzen können, infrage.

In den Jahren 1997 bis 1999 haben die Finanzämter Kinderbetreuungskosten, die berufstätige oder längere Zeit kranke allein stehende Mütter und ­Väter nachwiesen, um eine ­zumutbare Belastung gekürzt. Jetzt entschied das Verfassungsgericht: Die Beamten hätten ­alles vom ersten Cent an anerkennen müssen (Az. 2 BvL 7/00).

In allen Steuerbescheiden der Jahre 1997 bis 1999, die Mütter und Väter mit Einsprüchen unter Hinweis auf die Verfassungs­­be­schwerde offen gehalten ­haben, werden sie das jetzt automa­tisch nachholen.

Auch heutzutage können ­Eltern Betreuungskosten nicht vom ersten Cent an absetzen. Die ersten 1 548/774 Euro (Eltern gemeinsam/ein Elternteil) fallen für jedes Kind unter den Tisch. Seit einigen Jahren bekommen Eltern zwar zusätzlich einen Freibetrag für die Betreuung, Erziehung und Ausbildung ihres Kindes von 2 160/1 080 Euro (Eltern gemeinsam/ein ­Elternteil). Die Frage ist jedoch: Kompensiert dieser die höhere Belastung, die Eltern im Vergleich zu Kinderlosen haben? Vielleicht gibt es dazu bald eine neue Verfassungsbeschwerde.

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