Kinderbekleidung Vorsicht, Todesschlingen!

20.12.2001

Ab dieser Wintersaison sollen keine Kindertextilien der Größen 0 bis 146 mehr mit reißfesten Kordeln im Halsbereich angeboten werden. Dazu haben sich Kinderbekleidungshersteller, -importeure und -händler vor einem Jahr freiwillig verpflichtet. Der Grund: Kordeln in Halsnähe können lebensgefährlich werden. Erst im Frühjahr verunglückte ein Junge in Berlin tödlich, weil er mit seiner Kapuzenkordel am Gerüst einer Rutsche hängen blieb.

Viele Hersteller und Händler haben sich auf die neue Vorgabe eingestellt. Das ergab eine Stichprobe von test in Kinderbekleidungsabteilungen von Berliner Warenhäusern und Kinderfachgeschäften. Die meisten Anoraks und Jacken kommen ohne reißfeste Schnüre im Halsbereich aus. Als Alternativen tauchen Gummizüge, Klettverschlüsse, Strickeinsätze oder auch Spezialkordeln auf, die unterbrochen sind oder Sollbruchstellen haben.

Unsere Stichprobe ergab aber auch, dass Kinderkleidung noch immer mit den kritisierten Kordeln angeboten wird. Nach der Selbstverpflichtung dürfen Restbestände und bereits georderte Kollektionen bis zum 30. Juni 2002 verkauft werden. Auch sind bis zu acht Zentimeter lange Zierschnüre weiterhin gestattet. Anders als in den USA, Großbritannien und Irland wird die Erklärung in Deutschland zunächst nicht gesetzlich bindend sein. Laut Bundeswirtschaftsministerium wird aber an einer europaweiten Norm gearbeitet. Bis dahin sollten Eltern auf die Kleidung ihrer Kinder achten:

- Kaufen Sie keine Kinderkleidung mit durchgehenden Kordeln im Halsbereich. Achten Sie vor allem bei preiswerten Angeboten darauf ­ zum Beispiel im kommenden Winterschlussverkauf.

- Entfernen Sie dicke Plastikstopper in Kragennähe, da Kinder auch daran hängen bleiben können.

- Machen Sie sich klar, dass auch Schnüre im Saum- oder Taillenbereich fürs Kind gefährlich werden können.

- Entfernen Sie gefährliche Kordeln, die in älterer Kleidung stecken.

20.12.2001
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