Wenn Klein­kinder Früchtetee trinken, sollte dieser am besten ungesüßt – also auch nicht mit Saft gemischt – sein. Fläsch­chen sollten die Kleinen nicht zum Dauer­nuckeln bekommen.

Eltern sollten beim Kauf von Teegetränken für Babys und Klein­kinder auf den Zucker­gehalt achten. Einige Produkte wie Teebeutel mit Kräutertee sind zuckerfrei. Andere enthalten erstaunlich viel Zucker, vor allem fertige Tee-Saft-Mischungen – obwohl sie speziell für Kinder und Babys gedacht sind. Die Stiftung Warentest gibt Tipps, welche Getränke für Klein­kinder und Babys gut geeignet sind.

Bis zu 10 Gramm Zucker pro 200 Milliliter

Wir haben exemplarisch einige Produkte in Drogerien und Supermärkten einge­kauft, die laut Packungs­angaben für Babys zum Beispiel nach dem vierten Monat oder Klein­kinder ab einem Jahr gedacht sind. Für diese Getränke haben wir uns die Zutaten­listen und Nähr­wert­angaben angesehen. Die beste Wahl sind demnach Kräuter- und Früchte­tees zum Aufgießen als Pulver oder Beutel, die zuckerfrei sind oder höchs­tens Spuren von natürlichem Zucker enthalten. Fertige Tee-Saft-Mixgetränke in Flaschen oder Getränkekartons sind dagegen keine idealen Durst­löscher: Der enthaltene Frucht­saft – oft aus Äpfeln oder Trauben – liefert nämlich naturgegeben Zucker: bis zu 10 Gramm pro 200-Milliliter-Tasse. Das entspricht umge­rechnet rund drei Stück Würfel­zucker. Auch Instanttee etwa mit zugesetztem Trau­benzucker ist keine gute Wahl.

Tipp: Orientieren Sie sich nicht an Hinweisen wie „ohne Zucker­zusatz“ auf der Verpackung: Laut Zutaten­listen ist den Getränken dann zwar tatsäch­lich kein Zucker zugesetzt. Doch der enthaltene Frucht­saft enthält von Natur aus reichlich davon. Achten Sie daher am besten darauf, dass es sich bei dem Kinder­getränk nur um Tee handelt und kein Saft beigemischt ist.

Es drohen Überge­wicht und Karies

Zuckerhaltige Getränke erhöhen das Risiko für Überge­wicht und Karies. Eine Schädigung der Zähne droht sogar schon dann, wenn diese bei den Kleinen noch nicht durch­gebrochen sind. Kinder sollten Säfte und Tee-Saft-Mischungen daher nicht zum Dauer­nuckeln und auch nicht als Einschlaf­hilfe erhalten. Ein Hinweis dazu steht auch auf den meisten Produkten. Außerdem kann der süße Geschmack die lang­fristige Geschmacks­präferenz von Kindern nach­teilig beein­flussen. Aus diesen Gründen hat auch Bundes­ernährungs­ministerin Julia Klöckner das Thema Zucker und süßende Zutaten in Kindertee auf ihre Agenda gesetzt.

Tipp: Lassen Sie Kinder bevor­zugt pures Wasser trinken. Bieten Sie Säfte höchs­tens gelegentlich an und nur gemischt mit Wasser im Verhältnis 1 zu 3.

Kinder nehmen zu viel Süßes zu sich

Die Welt­gesund­heits­organisation und deutsche Fachgesell­schaften wie die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung raten, dass sogenannter freier Zucker höchs­tens 10 Prozent der täglichen Energie­aufnahme ausmachen sollte. Dazu zählt zugesetzter Zucker, aber auch jener, der in Frucht­saft, Sirup und Honig von Natur aus vorkommt. Tatsäch­lich liegt die Zufuhr bei Kindern und Jugend­lichen aber bei rund 16 Prozent, wie die Donald-Studie der Uni Bonn zeigt, die das Essverhalten der Heran­wachsenden im Land analysiert. Zucker in frischem, ganzem Obst und Gemüse – also etwa im Apfel – gilt als weniger kritisch, da der Körper ihn lang­samer aufnimmt.

Am Anfang reicht oft Mutter- oder Flaschenmilch

In den ersten 4 bis 6 Monaten bekommen Babys allein durch Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung ausreichend Flüssig­keit. Nur an sehr heißen Tagen, bei Fieber oder Durch­fall können sie mehr Durst haben. Dann sollten sie Leitungswasser trinken oder stilles Mineralwasser, das geeignet ist für die Zubereitung von Säuglings­nahrung. Zur Sicherheit sollte Wasser vorher abge­kocht werden. Erst wenn Kinder drei Breimahl­zeiten essen, brauchen sie zusätzliche Flüssig­keit – am besten aus einem Becher oder einer Tasse, nicht aus der Flasche. Neben Wasser sind Früchte- und Kräutertees ohne süßende Zutaten wie Saft die erste Wahl.

Tipp: Unerwartet viel Zucker können sich auch in Babybrei, Früh­stücks­cerealien, Riegeln und Kinder­desserts finden. Vergleichen Sie die Nähr­wert­angaben bezogen auf eine einheitliche Menge wie 100 Gramm.

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