Kinder über 18 Jahre Meldung

Erfolgreiche Klage. Langes erhalten für ihren Sohn Jan rückwirkend Kindergeld.

Eltern bekommen für erwachsene Kinder, die Arbeitslohn verdienen, jetzt leichter ­Kindergeld als früher. Die Familienkassen müssen vom Verdienst die selbst bestrittenen Sozialabgaben der Jugendlichen abziehen. Nur den Rest dürfen sie anrechnen, hat das Bundesverfassungsgericht beschlossen.

Den Abzug der Sozialabgaben können Eltern noch bis zu vier Jahre rückwirkend durchsetzen, wenn sie bisher keinen Antrag auf Kindergeld gestellt haben. Ob Jugendliche als Lehrling, neben dem Studium oder ­zwischen zwei Ausbildungsabschnitten Lohn erhalten haben, ist egal. Das Ehepaar Lange, das in Karlsruhe gewonnen hat, bekommt nachträglich Kindergeld für den Sohn Jan, der damals eine Lehre als Industriemechaniker machte. Auch Eltern, die sich mit Einsprüchen in Langes Verfahren eingeklinkt haben, erhalten jetzt automatisch Nachschlag.

In den Jahren 2005 und 2004 muss die ­Familienkasse den Lohn der erwachsenen Jugendlichen nicht nur um Werbungskosten von mindestens 920 Euro kürzen. Sie muss auch die selbst gezahlten Sozialabgaben, die meist über 20 Prozent vom Lohn betragen, abziehen. Bleiben höchstens 7 680 Euro übrig, ist das Kindergeld der Eltern gerettet. Ein Lehrling, dessen Sozialabgaben 21,3 Prozent vom Lohn ausmachen, konnte dieses und letztes Jahr zum Beispiel unbesorgt über 900 Euro im Monat verdienen.

Tipps: Für frühere Jahre lohnt sich nachträglich ein Antrag auf Kindergeld, wenn die Einkünfte und Bezüge Ihrer Kinder nach Abzug von Sozialabgaben und Werbungskosten 2005 und 2004 maximal 7 680 Euro, 2003 und 2002 maximal 7 188 Euro und 2001 maximal 14 040 Mark betragen. In offenen Kindergeldbescheiden erreichen Sie den Abzug der Sozialabgaben mit einem Einspruch, indem Sie auf den Beschluss 2 BvR 167/02 hinweisen. Dazu haben Sie nach Bekanntgabe des Bescheids einen Monat Zeit.

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