Kinder in Ausbildung Meldung

Sobald die Kinder 18 Jahre alt sind, erhalten Eltern nur noch unter bestimmten Bedingungen Kinder­geld. Diese sind jedoch umstritten. Immer wieder müssen hier Gerichte klären. test.de erläutert zwei aktuelle Entscheidungen des Bundes­finanzhofs zum Thema Auslands­studium und verspätete Ausbildung.

Auslands­studium allein recht­fertigt keinen Kinder­geldbe­zug

Beginnen Jugend­liche ein Studium außer­halb des Europäischen Wirt­schafts­raums, reicht es nicht, wenn ihnen in Deutsch­land die Wohnung der Eltern weiter zur Verfügung steht. Sie müssen in der ausbildungs­freien Zeit auch über­wiegend dort wohnen, hat der Bundes­finanzhof (BFH) entschieden. Sonst erhalten Eltern nur die Frei­beträge für Kinder – auch wenn das Kinder­geld güns­tiger ist. Die Tochter der Kläger war ein Jahr als Aupair-Kraft in den USA und fing danach in New York ein Studium an. Nach­weise wie Lehr­pläne, Flugti­ckets und Reisepässe müssen belegen, dass sie in der ausbildungs­freien Zeit meist bei den Eltern war (Az. III R 10/14).

Ausbildungs­platz abge­lehnt – trotzdem Kinder­geld?

In einem anderen Fall ist unklar, wie ernst­haft sich eine junge Frau um einen Studien­platz bemüht hat. Sie bewarb sich zum Winter 2009/2010 an 15 Universitäten und Hoch­schulen und erhielt einen Zulassungs­bescheid mit Annahme­frist bis 1. August, außerdem eine Zusage mit Einschreibung im Oktober. Beide Termine ließ die Frau verstreichen und begann als Hotel­aushilfe. Ihr Vater verlor für August bis Oktober 2009 das Kinder­geld. Nach einem Praktikum im Jahr 2010 fing die Tochter erst im März 2011 ein Studium an. Der Vater erklärte ihr Verhalten mit Depressionen nach dem Frei­tod eines Familien­mitglieds. Der BFH gab den Fall an das Finanzge­richt zurück. Das soll prüfen, ob die Krankheit es unmöglich machte, die ersten Studien­angebote anzu­nehmen (Az. XI R 14/12).

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