Kinder-PC von Real Schnelltest

Das ist cool, werden manche Kids sagen: Der Bildschirm hat Mickey-Maus-Ohren, in denen die Lautsprecher stecken, die Tastatur ist himmelblau statt mausgrau und der Schalter sieht aus wie ein Stern. Das ist teuer, werden manche Eltern sagen: 599 Euro kostet der Kinder-PC und das ist laut Real schon ein Sonderangebot. Bei Anbieter Medion kostet der gleiche Rechner 699 Euro. Im Schnelltest: Der Disney Dream Desk PC.

Profi-Technik fürs Kinderzimmer

Im beeindruckend großen Karton steckt ein vollwertiger PC mit Celeron-Prozessor und 14 Zoll Flachbildschirm. Nur das Design erinnert an Spielzeug. Technisch gesehen ist der Traum-PC ein vollwertiger Computer mit allerdings bescheidener Leistung und Ausstattung. Zum Kinder-PC wird er durch ein paar spezielle Lern-/Spielprogramme mit Disneyfiguren und der so genannten Familyfilter-Software.

Kinder unter Kontrolle

Über den pädagogischen Sinn oder Unsinn eines Computers im Kinderzimmer lässt sich lange streiten. Sicher ist: Eltern müssen die Kontrolle behalten. Der Familyfilter ermöglicht es, für jedes Kind ein spezielles Profil anzulegen, in dem festgelegt ist, welche Programme der Nachwuchs starten und welche Internetseiten er aufrufen darf. Fürs Internet können Eltern zusätzlich regeln, zu welchen Zeiten der Zugang erlaubt ist. Was mit dem Familyfilter nicht geht: Zeiten festzulegen, in denen der Nachwuchs den Computer überhaupt benutzen darf. Andere Programme können das. Beispiele: Das PC-Zeitkonto und die Kindersicherung.

Sicherheit mit Lücken

Die Sicherheit beim Familyfilter ist lückenhaft. So lassen sich zwar bestimmte Programme und Internetseiten sperren, aber der Nachwuchs behält die Möglichkeit, Programme zu (de-)installieren und sogar die Festplatte zu formatieren. Schon die Installation des Familyfilters machte Schwierigkeiten: Erst nach dem Aufbau einer Verbindung ins Internet lief alles. Vorher hagelte es unverständliche Fehlermeldungen. In den Unterlagen fand sich dazu kein Hinweis. Erst der Versuch machte klug. Hinzu kommt: Der Familyfilter ist teuer. 60 Tage sind kostenlos. Danach sind 19,80 Euro für jeweils sechs Monate fällig.

Lärm durch Lüfter

Noch vor der Sicherheit kommt das Einschalten. Schon das verdirbt den Testern jeden Spaß am Spiel: Der Kinder-PC heult beim Einschalten los wie ein Düsenjäger. Nach ein paar Sekunden schaltet der Rechner ein paar Gänge zurück. Ein fieses und im Vergleich zu anderen Rechnern viel zu lautes Lüfter-Schnarren bleibt jedoch. Selbst bei voller Lautstärke der in den Bildschirm eingebauten Lautsprecher ist der Rechner selbst stets nervtötend deutlich zu hören. Das alleine disqualifiziert ihn.

Mängel bei der Verarbeitung

Auch sonst erscheint die Qualität bescheiden und das Gerät wenig durchdacht: Die CD-/DVD-Schublade wirkt reichlich wackelig und dürfte dem Härtetest im Kinderzimmer kaum länger standhalten. Gute Idee eigentlich: Die Rückseite des Computers ist mit einem speziellen Deckel geschützt. Ärgerlich allerdings: Der Deckel hat keine Sicherungsschraube, so das Kinder ihn jederzeit abziehen können, und dahinter verbergern sich unangenehm scharfe Kanten. Auch der Monitor ist ziemlich kippelig. Ohnehin gilt: Elektrische Geräte im Kinderzimmer sind stets ein Risiko.

Wenig Blickwinkel

Der Monitor liefert ein anständiges und scharfes Bild - so lange der Benutzer gerade darauf schaut. Bei Abweichungen vom rechten Blickwinkel lassen Kontrast und Farbdarstellung rasch nach. Für mehrere Kinder gleichzeitig ist der Bildschirm kaum geeignet.

Reichlich schwarzer Rand

Die Disney-Spiele im Karton kommen mit ganz netten Effekten daher. Der Einstieg ist schnell geschafft, aber umgekehrt der Reiz der Spiele auch schnell erschöpft. Für die Bedienung des Malprogramms gibts einen elektronischen Stift, der mit einer speziellen Unterlage so ähnlich funktioniert wie eine optische Maus. Die Benutzung ist allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig und hakelig. Wirklich ärgerlich: Das Winnieh Puh-Programm ist offenbar für Bildschirme mit 640 mal 480 Punkten gemacht. Der Mickey-Maus-Ohren-Bildschirm hat jedoch 1 024 mal 768 Punkte und zeigt Winnie Puh nur mit dickem schwarzem Rand. Von ohnehin bescheidenen 36 Zentimetern Bildschirmdiagonale bleiben so effektiv nicht mal 23 übrig.

test-Kommentar: Zu viel Lärm
Technische Daten & Ausstattung:
Im Überblick

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