Kombipakete: Risikoschutz genau prüfen

Manche Unternehmen bieten andere Versicherungen als die von uns ­getesteten an, um Kinder gegen Invalidität abzusichern. Finanztest sagt, worauf Kunden achten sollten.

Einige Angebote der Versicherer konnten wir in unsere Untersuchung nicht aufnehmen, weil sie anders aufgebaut sind als die von uns getesteten Kinderinvaliditätsversicherungen. Oft kombi­nieren sie den Risikoschutz mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einem Altersvorsorgeprodukt.

Außen vor blieben zum Beispiel das Angebot der Axa – auch angeboten von der Deutschen Ärzteversicherung – und der Kinderschutz-Plan der CosmosDirekt. Es handelt sich um Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, die mit einer Zusatzklausel für Kinder umgemodelt werden.

Das Problem hierbei ist die Definition, ab welcher körperlichen Beeinträchtigung die Versicherung zahlt.

Bei Axa gilt eine Schulunfähigkeitsklausel. Das Kind muss voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen außerstande sein, die Schulausbildung fortzusetzen. Das ist eine recht harte Regelung. Viele Behinderungen oder Krankheiten führen nicht zur verlangten Schulunfähigkeit.

Bei CosmosDirekt gibt es die vereinbarte Rente erst ab einer Invalidität von 75 Prozent laut der Unfallversicherungs-Gliedertaxe – das ist eine bedeutend höhere Grenze als sie die Versicherer in unserem Test ansetzen.

Außerdem gibt es nicht von allen Versicherern eine lebenslange Rente. Bei Axa endet sie beispielsweise mit dem 65. Lebensjahr.

Altersvorsorge inklusive

Andere Versicherer bieten eine Kinderinvaliditätsversicherung, die genauso aufgebaut ist wie die in unserer Untersuchung. Allerdings ist der Kunde gezwungen, sie zusammen mit einem Altersvorsorgeprodukt wie einer Kapitallebensversicherung oder einer Rentenversicherung abzuschließen.

Das Angebot „Biene Maja“ der Nürnberger Versicherung verbindet zum Beispiel eine Kinderinvaliditätsversicherung mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung für das Kind. Bei dieser Vermischung von Invaliditätsabsicherung und Altersvorsorge weiß der Kunde nicht, welcher Beitragsanteil in den Risikoschutz und welcher in die Altersabsicherung fließt. Er weiß auch nicht, ob die Rentenversicherung oder Kapitallebensversicherung etwas taugt.

Der Abschluss von Kapitallebensversicherungen lohnt sich nur für bestimmte Personen in bestimmten Lebens­situationen. Finanztest rät davon ab, Altersvorsorge mit Risiko­absicherung zu vermischen.

Die Tarife „junior BASIC“ von oeco capital und „Alt für Jung SE“ der Signal Iduna sind eine Mischung aus allem: Der Invaliditätsschutz ist mit Klauseln aus der Berufsunfähigkeitsversicherung und mit Altersvorsorge verknüpft.

Diese Kombinationen haben verschiedene Nachteile: Eine Rente bekommt das Kind bei oeco capital erst ab einer Invalidität von 75 Prozent laut Gliedertaxe, bei Pflegebedürftigkeit oder bei schweren Krankheiten wie Koma oder Nierenversagen.

Signal Iduna zahlt die Invaliditätsleistung nur, wenn ein Kind dauerhaft schulunfähig ist oder voraussichtlich auch nach Erreichen des 15. Lebensjahres erwerbsunfähig sein wird. Beide Versicherungen kann man nur im Paket mit einem Altersvorsorgeprodukt abschließen.

Das sollte ein Vertrag bieten

Wenn eine Familie ihr Kind mit einem Kombi­produkt gegen das Risiko der Invalidität ab­sichern möchte, dann sollte sie sich die Bedingungen des Invaliditätsschutzes genau ansehen. Folgende Punkte sind dabei wichtig:

  • Das Kind sollte so früh wie möglich versicherbar sein (1. Geburtstag oder früher).
  • Die Rente sollte ab einem Grad der Behinderung von 50 oder schon bei einem geringeren Grad gezahlt werden. Versicherungsschutz nur für einzelne Krankheiten ist abzulehnen.
  • Die Rente sollte lebenslang gezahlt werden.

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