Eine Unfallversicherung schützt auch Kinder - aber nur vor Unfällen. Doch das Hauptrisiko sind Krankheiten. Nicht mal ein Prozent der Schwerbehinderungen bei jungen Menschen sind Unfallfolge. Vor den finanziellen Folgen einer krankheitsbedingten Behinderung schützen Kinder-Invaliditätsversicherungen. Sie zahlen im Falle eines Falles eine Entschädigung, eine monatliche Rente oder beides. Mit einer Rente ist das Kind auch dann auf Dauer abgesichert, wenn die Eltern nicht mehr helfen können. Finanztest hat die Policen untersucht. Ergebnis: Neun Angebote bieten guten Schutz.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Kinder-Invaliditätsversicherung

Anspruch auf Entschädigung

Versicherungen, die bei einer Behinderung eine einmalige Abfindung zahlen, sind billiger. Der mit „gut“ bewertete Junior Plus-Tarif von DEVK bzw. DEVK Eisenbahn kostet 105 Euro Jahresbeitrag. Im Höchstfall gibts bei einer Behinderung von 100 Prozent 200 000 Euro Entschädigung. Doch selbst soviel Geld ist im Ernstfall schnell verbraucht. Schon ein behindertengerechter Umbau der Wohnung und die wichtigsten Hilfsmittel können einen großen Teil der Versicherungssumme verschlingen.

Anspruch auf Rente

Besseren Schutz bieten Angebote mit Rentenzahlung. Gute Angebote kosten meist mehr als 300 Euro im Jahr. Bei der Inter sind zwar nur 174 Euro fällig. Dafür zahlt die Versicherung aber nicht bei unfallbedingter Behinderung und bei einer krankheitsbedingten Behinderung eine monatliche Rente von nur 750 Euro. Den besten Schutz bietet die R + V-Versicherung. Bei einer Behinderung von 50 und mehr Prozent zahlt ihre Kinderversicherung eine monatliche Rente von 1 000 Euro und eine einmalige Entschädigung von 12 000 Euro. Der Schutz ist allerdings auch teuer: Für Kinder im Alter von bis zu 3 Jahren kostet der Beitrag 459 Euro im Jahr. Am dritten Geburtstag sinkt der Beitrag auf 383 und am neunten noch einmal auf 332 Euro.

Auch bei angeborener Krankheit

Nur R + V, DEVK, Huk-Coburg und Schweizer National zahlen auch dann, wenn die Behinderung Folge einer angeborenen Krankheit ist. Wenn allerdings vor Abschluss des Vertrags bereits eine Behinderung vorliegt oder eine schwere Krankheit ausgebrochen ist, gibts auch bei diesen Anbietern keinen Schutz mehr. Schutzlos bleiben Kinder außerdem in den ersten Lebensmonaten. Nur der Deutsche Ring versichert Kinder bereits ab einem halben Jahr. Bei allen anderen Anbietern gibts den Schutz erst vom ersten Geburtstag an.

Behörde stellt Behinderung fest

Die meisten Kinder-Invaliditätsversicherungen zahlen ab einer Behinderung von 50 Prozent. Festgestellt wird der maßgebliche Grad der Behinderung meist von den Versorgungsämtern. Dabei ist zum Beispiel der Verlust einer Hand eine Behinderung von 50 Prozent. Ein Verlust von Arm oder Bein führen zu 100 Prozent Behinderung. Bei Kindern zählt oft eine Diabetes mellitus wegen der besonderen Schwierigkeiten bei der Behandlung als Behinderung von 50 Prozent.

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