Leistungs­beispiele: Mit diesen Kosten haben wir in der Tabelle gerechnet

Privatärztliche Behand­lung von leichtem Über­biss (4 000 Euro)

Ein Kind hat einen Über­biss von vier Milli­metern (Kiefer­ortho­pädische Indikations­gruppe 2). Die gesetzliche Krankenkasse über­nimmt keine Kosten für die Behand­lung, weil der Über­biss zu gering ist. Der Zahn­arzt rechnet nach der privaten Gebühren­ordnung ab, die Eltern müssen alles selbst bezahlen.

Die Behand­lung beginnt im Alter von neun Jahren und dauert vier Jahre: drei Jahre aktive Behand­lung, ein Jahr Festigung (Retentions­zeit). Behand­lungs­geräte: Heraus­nehm­bare Zahn­spange für den Oberkiefer sowie für die Festigung eine Retentions­platte.

Gesamt­kosten 4 000 Euro:

  • Davon entfallen 1 300 Euro auf das Zahn­arzt­honorar, 2 700 Euro sind Material- und Labor­kosten. Von den 4 000 Euro sind in jedem der vier Jahre 1 000 Euro fällig.

Kassenbe­hand­lung von schwerem Über­biss mit privaten Mehr­leistungen (4 470 Euro)

Ein Kind hat einen Über­biss von mehr als sechs Milli­metern (Kiefer­ortho­pädische Indikations­gruppe 4). Die Krankenkasse beteiligt sich daher an den Behand­lungs­kosten.

Die Behand­lung beginnt im Alter von neun Jahren und dauert fünf Jahre: drei Jahre aktive Behand­lung, zwei Jahre Festigung der neuen Zahn­stellung (Retentions­zeit). Behand­lungs­geräte: Für das erste Jahr eine heraus­nehm­bare Zahn­spange in Stan­dard­ausführung, dann für zwei Jahre eine fest­sitzende Spange – in Sonder­ausführung mit superelastischen Drähten und durch­sichtigen Keramikbrackets im sicht­baren Bereich. Für die Festigung der neuen Zahn­stellung: Retentions­platten, außerdem ein Lingualretainer für den Unterkiefer.

Zusätzlich ist die Versiegelung des Bracket­umfeldes privat zu bezahlen.

Gesamt­kosten 4 470 Euro:

  • Der Anteil der Kassen­leistungen beträgt 3 000 Euro. Hinzu kommen Kosten von 1 470 Euro für privat zu zahlende Mehr­leistungen, zum Beispiel die Keramikbrackets. Die privaten Mehr­kosten enthalten 590 Euro Zahn­arzt­honorar sowie 880 Euro Material- und Labor­kosten.

Die Krankenkasse über­nimmt zunächst 80 Prozent der Kassen­leistung von 3 000 Euro, also 2 400 Euro. Nach erfolg­reich abge­schlossener Behand­lung erstattet sie den Eigen­anteil von 20 Prozent (600 Euro) zurück.

  • In unserem Modell zahlt die Kasse den Eigen­anteil nicht zurück, weil die Behand­lung nicht erfolg­reich abge­schlossen werden konnte. Manche Versicherer beteiligen sich an diesen Kosten oder stre­cken das Geld so lange vor, bis die Kasse zahlt. Diese Leistung ist in dem in der Tabelle unten ausgewiesenen Betrag enthalten.

Kosten­verteilung über die Behand­lungs­zeit

1 Jahr:

Kosten für die Kassenbe­hand­lung:

1 200 Euro

Der Patient trägt 20 % Eigen­anteil =

240 Euro

Kosten für private Mehr­leistungen =

1 240 Euro

240 Euro + 1 240 Euro =

1 480 Euro

2. Jahr:

Kosten für die Kassenbe­hand­lung:

900 Euro

Der Patient trägt 20 % Eigen­anteil =

180 Euro

3. Jahr:

Kosten für die Kassenbe­hand­lung:

450 Euro

Der Patient trägt 20 % Eigen­anteil =

90 Euro

4. Jahr:

Kosten für die Kassenbe­hand­lung:

300 Euro

Der Patient trägt 20 % Eigen­anteil =

60 Euro

Kosten für private Mehr­leistungen =

230 Euro

60 Euro + 230 Euro =

290 Euro

5. Jahr:

Kosten für die Kassenbe­hand­lung:

150 Euro

Der Patient trägt 20 % Eigen­anteil =

30 Euro

Nach Kassen­leistung bleiben

2 070 Euro

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