Vorbeugende Diagnostik und Behandlung: Prophylaxe: Was empfiehlt sich?

Gründliche Mundhygiene verringert das Kariesrisiko.

Funktionsanalyse: Zahlreiche Kieferorthopäden empfahlen unseren Lesern, vor Beginn der Behandlung eine manuelle Funktionsanalyse machen zu lassen. Dabei werden die Kiefergelenke in alle Richtungen bewegt, um eventuelle Auffälligkeiten festzustellen. Bei Beschwerden oder Schmerzen im Kiefergelenk kann die Funktionsanalyse sinnvoll sein. Bei Patienten ohne Beschwerden ist sie vor Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung nicht erforderlich – sie dient eher der juris­ti­schen Absicherung des Arztes, der ausschließen will, dass Patienten Regressansprüche stellen, wenn während der Behandlung Kiefergelenkprobleme auftreten. Keine Kassenleistung.

Prophylaxe: Etliche Leser empfanden es als persönlichen Vorwurf, wenn Kieferorthopäden sie auf die unzureichen­de Zahnpflege ihrer Kinder hinwiesen. Doc­h tatsächlich erschweren festsitzende Spangen und Brackets die Zahnreinigung und er­höhen das Kariesrisiko. Wenn die Bakterien, die in der Mundhöhle des Menschen leben, häufig mit Zucker und anderen Kohlenhydraten ge­füttert werden, vermehren sie sich rasch und bilden einen Zahnbelag – Plaque –, auf dem weitere Bakterien Halt finden. Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide und Interdentalbürste können das verhindern. Doch Kinder sind oft von der Aufgabe überfordert, ihre Zähne von allen Belägen zu säubern, und Jugendliche in der Pubertät rationalen Argumenten nicht immer zugänglich.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Prophylaxeleistungen wie professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung oder antibakterielle Chlorhexidin-Anwendungen selbst zu bezahlen – bei unzureichender Mundhygiene senken sie das Kariesrisiko.

Kassenleistung: Bei 6- bis 18-Jährigen bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen zweimal im Jahr die Erhebung des Mundhygienestatus, eine Zahnreinigung und die Fluoridierung der Zähne.

Versiegelung: Die unmittelbare Um­gebung von Brackets ist besonders anfällig für Karies, unter anderem weil die Zahnoberfläche aufgeraut wird, um die Brackets zu befestigen, und weil sie mit einer Zahnbürste schlecht zugänglich ist. Eine Bracketumfeldversiegelung kann deshalb sinnvoll sein. Kieferorthopäden berichten von einem deutlichen Kariesrückgang. Abschließende Belege für die Wirksamkeit und langfris­ti­ge Unschädlichkeit fehlen aber noch. Keine Kassenleistung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1742 Nutzer finden das hilfreich.