Bahnbrechendes Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart: Die Kreissparkasse Tübingen muss eine Anlegerin elf Jahre nach Ende des Dotcom-Booms im Frühjahr 2000 entschädigen (Az. 9 U 129/10). Die Anlegerin hatte auf den Rat der Sparkasse hin umgerechnet für gut 23 000 Euro Anteile an einem Deka-Fonds gekauft. Der Fondsanbieter zahlte einen großen Teil des Ausgabeaufschlags und der Verwaltungsgebühr hinter dem Rücken der Anlegerin an die Sparkasse zurück. Auf diese Kick-back-Zahlungen hätte die Sparkasse hinweisen müssen. Da die Sparkasse vorsätzlich nicht informiert habe, seien die Schadenersatzansprüche der Frau auch heute noch nicht verjährt.

Begründung der Richter: Die Rechtslage war eindeutig. Die Sparkasse musste daher wissen, dass sie die Kick-back-Zahlungen nicht stillschweigend einstreichen darf.

Tipp: Wenn Sie nach einer Beratung bei Banken oder Sparkassen Fonds gekauft und Verluste erlitten haben, sollten Sie sich von einem in Geldanlage erfahrenen Anwalt beraten lassen. Viele Schadenersatzansprüche verjähren Ende 2011.

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