Kfz-Versicherungen Meldung

Es lohnt sich, die Autoversicherung zu kündigen – selbst wenn man beim selben Versicherer bleiben möchte. Denn Neukunden bekommen günstigere Prämien.

Wer bei der Autoversicherung sparen möchte, muss sich kümmern. Denn im Wettbewerb um neue Kunden senken die Autoversicherer für Neuabschlüsse ihre Prämien mitunter deutlich. Das führt bei einigen Anbietern dazu, dass Altkunden für den gleichen Versicherungsschutz mehr zahlen als neue – eine mitunter ziemlich abstruse Situation: Wer bei seiner Gesellschaft kündigt und dort gleich anschließend einen neuen Vertrag abschließt, bekommt die niedrige Prämie für Neukunden. Wer hingegen im alten Tarif bleibt, zahlt mehr. Mitunter reicht schon ein Anruf, dass man kündigen möchte – schon erhält der Autofahrer den Neukundentarif. In dieser Situation den Überblick über die Preise zu behalten, ist jedoch nicht einfach – zumal die Unternehmen ständig neue Tarifvarianten bieten. Manche halten vier oder fünf Angebote vor: vom Luxus-Kaskoschutz bis hin zum günstigen Tarif mit Werkstattbindung. Da darf der Kunde einen versi­cher­ten Schaden an seinem Auto nur in einer Werkstatt reparieren lassen, die mit dem Versi­cherer kooperiert. Solche Verträge kosten meist 10 bis 20 Prozent weniger als Normaltarife. Zur Vielfalt trägt auch bei, dass einige Versicherer Tochterfirmen gründen, die nur übers Internet anbieten.

Mit unserer Computeranalyse Kfz-Versicherung finden Sie Angebote, die zu Ihrem Versicherungswunsch passen. Die Auswertung kostet 16 Euro. Falls Sie Ihre bisherige Police kündigen, muss das Schreiben in diesem Jahr bis zum 1. Dezember beim Versicherer sein.

Einiges ist neu bei Kfz-Versicherungen

Doch auch wer nicht kündigt, kommt ab nächstem Jahr in den Genuss eines verbesserten Versicherungsschutzes. Bisher mussten die Gesellschaften nicht zahlen, wenn der Kunde den Schaden grob fahrlässig verursacht hat, zum Beispiel wenn er zu schnell unterwegs war oder eine rote Ampel überfahren hat.

Künftig müssen die Gesellschaften auch bei grober Fahrlässigkeit leisten. Sie dürfen aber die Erstattung kürzen – je nachdem, wie fahrlässig der Kunde war. Ist er nur ein wenig zu schnell gefahren oder mit deutlich überhöhtem Tempo gerast?

Dieses Ende des alten „Alles-oder-nichts-Prinzips“ gilt für neue Verträge schon seit 2008, für Altverträge wird es 2009 eingeführt. Sobald Vorsatz im Spiel ist, entfällt aber nach wie vor der Versicherungsschutz. Wer Unfallflucht begeht oder auf der Straße Autorennen fährt, erhält nichts.

Außerdem müssen die Versicherer ihren Kunden schon seit 1. Juli ein Produktinformationsblatt aushändigen. Im Unterschied zu den vielen Paragrafen im Versicherungsschein, die kaum ein Kunde bei Vertragsabschluss durcharbeitet, soll es das Wichtigste kurz und verständlich erläutern, zum Beispiel was im Versicherungsschutz enthalten ist und was nicht. Doch viele Ver­sicherer verfehlen dieses Ziel. In manchen Infoblättern steht gewohnt holpriges Ju­ristendeutsch. Und was als „Kurzinfo“ gemeint ist, passt bei einigen Anbietern kaum auf drei Seiten, obwohl manches Wichtige fehlt. Wer es als Kunde genau wissen will, sollte sich daher nach wie vor die Zeit nehmen, das Kleingedruckte zu lesen.

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