Kfz-Versicherung Meldung

Von seiner Vergangenheit eingeholt wurde ein Motorradbesitzer in Niedersachsen. Weil er unglaubwürdig ist, muss seine Kaskoversicherung ihm den Verlust seiner fast 60.000 Mark teuren Harley Davidson nicht ersetzen, urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Az. 20 U 36/00).

Der Mann hatte das Motorrad als gestohlen gemeldet. Doch an der Garage, aus der die Maschine nach Aussagen des Besitzers geklaut worden war, fand die Polizei keinerlei Einbruchspuren. Auch Zeugen oder sonstige Beweise für den Diebstahl gab es nicht.

Es hing deshalb alles von der persönlichen Glaubwürdigkeit des Motorradfahrers ab. Doch damit war es schlecht bestellt. Der Mann war in den beiden Vorjahren mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten: So war er zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er eine Krankenkasse um 70.000 Mark betrogen hatte. Ein weiteres Strafverfahren wegen Betrugs war gegen Zahlung einer Geldsumme eingestellt worden.

Gegen seine Wahrheitsliebe sprach außerdem eine Verurteilung wegen Urkundenfälschung: Er hatte einen Fischereischein gefälscht. Wie hatte das Versicherungsunternehmen davon erfahren? Es darf schließlich nicht im Vorstrafenregister seiner Kunden herumschnüffeln und ist auch vor Gericht nicht befugt, ein polizeiliches Führungszeugnis anzufordern.

Im Fall des Harley-Fahrers war die Informationsquelle wohl die Polizei. Wenn den Beamten Unstimmigkeiten auffallen, überprüfen sie die Person, die den Diebstahl gemeldet hat. Einschlägige Vorstrafen kommen dann in die Ermittlungsakte ­ die ist auch der Versicherungsgesellschaft zugänglich, wenn es zu einem Gerichtsstreit um die Versicherungsleistung kommt.

Auch bei anderen Gesellschaften wird der Motorradfahrer in Zukunft mit fragwürdigen Schadensmeldungen wenig Glück haben. Denn die Versicherer ­ gerade im Auto- und Motorradbereich ­ tauschen Informationen über die gemeldeten Schäden der Kunden und eventuelle Probleme aus.

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