Ingo Kolber aus Göppingen ist verärgert über seine Kfz-Versicherung. Um fast 20 Prozent will die WGV die Jahresprämie für seinen VW Sharan erhöhen. Und das, obwohl er in eine bessere Schadenfreiheitsklasse gerutscht ist.

Er überlegt, die Versicherung zu wechseln und sucht im Internet nach günstigen Tarifen. Aus Neugier gibt er auch noch einmal die erforderlichen Daten in den Online-Tarifrechner der WGV. Und siehe da: Das Angebot, das er über das Internet von seiner Versicherung bekommt, liegt deutlich unter der zuvor geforderten Prämie. 133 Mark weniger wollte das Unternehmen im Internet. Irritiert ruft er dort an. "Sie sind nicht der Erste", heißt es da. "Die Umstellung Ihres Vertrags auf den anderen Tarif ist kein Problem." Wenig später erhält er einen neuen Vertrag mit neuem Versicherungsschein. Ingo Kolber will jetzt öfter im Jahr seine Versicherungsbeiträge anhand des Online-Tarifrechners überprüfen.

Die Sache hat einen Haken: Fast alle Versicherer versuchen Neukunden durch attraktive Prämien zu gewinnen. Sie kalkulieren die Tarife für neue Kunden völlig anders als für die Bestandskunden. Nach einem Jahr gehören auch die Neuen zum Bestand und der Preisvorteil verschwindet. Auch Altkunden können in diese zunächst günstigeren Neukundentarife überwechseln. Nur schließen sie dann einen neuen Vertrag mit neuen Bedingungen ab, die oft schlechter sind als die alten.

Auch bei Ingo Kolber haben sich die Bedingungen zu seinen Ungunsten verändert. Die Beitragssätze fallen mit steigender Schadenfreiheitsklasse langsamer und bei einem Unfall wird er weiter zurück gestuft. Wer den Tarif wechseln will, sollte sich deshalb vorher unbedingt das Kleingedruckte durchlesen.

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