Begeht ein Fahrer Unfallflucht, verliert er selbst dann den Schutz seiner Vollkaskoversicherung, wenn er den Unfall am folgenden Tag doch der Polizei meldet. Die Versicherung muss nicht zahlen, ­urteilten die Richter am Oberlandesgericht Oldenburg (Az. 3 U 2/03).

Die verspätete Meldung sei zwar kein Grund für eine strafrechtliche Verfolgung, der Autofahrer habe jedoch sei­ne versicherungsvertraglichen Obliegenheiten verletzt. Denn wenn der Schaden erst am nächsten Tag gemeldet wird, habe die Versicherungsgesellschaft keine Möglichkeit zu prüfen, ob der Autofahrer den Schaden grob fahrlässig verursacht hat. Er könnte zum Beispiel übermäßig Alkohol getrunken haben.

Der klagende Autofahrer war von der Straße abgekommen, hatte ein Straßenschild umgeknickt, einen Vorgarten durchpflügt und dabei mehrere Bäume und Büsche beschädigt. Dieser Schaden betrug 270 Euro. Mit rund 9 000 Euro war jedoch der Schaden an seinem Auto viel höher. Auf diesen Kosten blieb er sitzen. Seine Klage gegen die Versicherungsgesellschaft wiesen die Richter ab.

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