Kfz-Versicherung Test

Einen Unfall zu verschulden, kann Autofahrer trotz Versicherung teuer zu stehen kommen. Grund: Der Schadenfreiheitsrabatt wird gekürzt oder sogar durch einen Aufschlag ersetzt. Die Folge: Selbst bei ziemlich teuren Schäden kann es sich lohnen, auf die Versicherungsleistung zu verzichten und die Rechnung selbst zu begleichen. Finanztest erklärt, nach welchen Regeln die verschiedenen Anbieter den Beitrag nach einem Schaden erhöhen und wie Sie herausfinden, ob selbst zahlen für Sie lohnt oder nicht.

Aufpreis für viele Jahre

Typisches Beispiel: Ein in Schadenfreiheitsklasse 2 eingestufter Autofahrer zahlt für seine Haftpflichtpolice einen Jahresbeitrag von, sagen wir: 1.000 Euro. Wenn er einen Unfall baut, verlangen die meisten Gesellschaften für das nächste Versicherungsjahr genau 1.647,06 Euro Beitrag. Ohne den Unfall würde der Autofahrer einen zusätzlichen Schadenfreiheitsrabatt erhalten und nur noch 823,53 Euro zahlen. Damit nicht genug: Im zweiten Jahr liegt die Prämie nach Regulierung des Unfalls durch die Versicherung bei 1.176,47 Euro, während ohne nur 705,88 Euro fällig wären. Erst im 23. Versicherungsjahr nach diesem Unfall hat der unglückliche Autofahrer wieder den Schadenfreiheitsrabatt erreicht, den ihm der Versicherer ohne den Unfall schon längst gewähren würde. Ohne Berücksichtigung etwaiger Beitrags- und Tarifänderungen kostet der Unfall bis dahin einen Aufpreis von 2.764,70 Euro.

Rechnung mit Unbekannten

Die Rechnung fällt je nach Einzelfall sehr unterschiedlich aus. Wie stark sich die Rückstufung auswirkt, hängt von der Höhe des Beitrags und der bis zum Unfall erreichten Schadenfreiheitsklasse ab. Mit dem Finanztest-Excel-Rechner Rückstufung im Schadenfall lässt sich für jeden Einzelfall ermitteln, bis zu welcher Schadenhöhe es lohnt, Haftpflicht- oder Vollkaskoschäden selbst zu zahlen. Einschränkung: Der Rechner funktioniert auf Grundlage der jeweils am 1. April 2003 geltenden Tarifbestimmungen. Manche Anbieter verwendeten in früheren Jahren Versicherungsbedingungen mit abweichenden Rückstufungsregeln. Für ältere Policen solcher Versicherer gilt das Ergebnis des Excel-Rechners nicht.

Neuer Vertrag kann lohnen

Wegen der unterschiedlichen Regeln für die Rückstufung im Schadenfall kann sich gerade nach einem Unfall der Wechsel zu einer anderen Versicherung lohnen. Beispiel Debeka: Einerseits zahlen langjährig unfallfreie Autofahrer bei dieser Gesellschaft im günstigsten Fall nur 25 Prozent des Regelbeitrags, während sonst ein Mindestsatz von 30 Prozent üblich ist. Andererseits kassiert die Debeka nach einem Unfall besonders hohe Aufschläge. Ein Fahrer mit Schadenfreiheitsklasse 16 und 500 Euro Jahresbeitrag zahlt insgesamt genau 3.000 Euro drauf. Zum Vergleich: Die meisten Konkurrenten begnügen sich unter den gleichen Bedingungen mit einem Aufschlag von 2.214,30 Euro. Im Einzelfall günstige Angebote ermittelt die Finanztest-Analyse Autoversicherung.

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