Ein Autofahrer, der seine Jacke mit Autoschlüssel in einer Kneipe beim Dart oder Billard unbeaufsichtigt über einem Stuhl hängen lässt, handelt grob fahrlässig und riskiert seinen Kaskoschutz. Das folgt aus einem Urteil des Landgerichts Offenburg (Az. 2 O 75/03).

Das Opfer – ausgerechnet ein Versicherungskaufmann – hatte es dem Dieb auch noch besonders leicht gemacht, weil er einen Funk-Autoschlüssel hatte. Der Täter hatte ganz einfach auf Knopfdruck aus größerer Entfernung den passenden Wagen ausfindig gemacht und gestohlen. Ein paar Tage später bekam der Mann sein Auto beschädigt zurück und verlangte Schadenersatz aus seiner Teilkaskoversicherung. Das Versicherungsunternehmen weigerte sich zu zahlen und bekam Recht.

Der Mann hätte seine Jacke nicht unbeaufsichtigt lassen dürfen, meinten die Richter. Denn einerseits habe er beim Spielen seinen Sitzplatz nicht einsehen können. Andererseits habe sich der Kläger auf die Spiele konzentrieren müssen, sodass der Dieb den Funk-Schlüssel mühelos hatte stehlen können. Gerade als Versicherungskaufmann hätte er diese Umstände erkennen müssen.

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