Wie lange muss ein Autofahrer am Unfallort warten, damit man ihm keine Fahrerflucht vorwerfen kann? Unter Umständen kann schon eine Viertelstunde reichen, hat das Oberlandesgericht Köln in einem Fall entschieden (Az. Ss 64/01).

Das ist nicht nur deswegen von Bedeutung, weil Unfallflucht eine Straftat ist, die mit empfindlichen Geldstrafen geahndet wird. Ein wegen Unfallflucht Verurteilter bekommt auch von seiner Kfz-Haftpflichtversicherung nicht die volle Leistung ­ in schweren Fällen kann sie sogar ganz gestrichen werden.

Ein Autofahrer war mit seinem Ford Fiesta von der Straße abgekommen und durch ein Gebüsch hindurch in den Begrenzungszaun eines Spielplatzes gekracht. Der Zaun wurde kräftig eingedellt und musste später für 400 Mark repariert werden.

Der Bruchpilot blieb nur 15 Minuten an der Unfallstelle ­ so lange brauchte er, um sein Auto wieder aus dem Gebüsch zu befreien. Danach fuhr er weg und meldete den Schaden später selbst bei der Polizei. Das ist in Ordnung, befanden die Kölner Richter. Der Mann muss keine Strafe zahlen und hat auch ein Anrecht auf Leistungen seiner Versicherung.

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