Kfz-Haftpflichtversicherung Meldung

Nur bei Gefahr müssen Eltern ihre Kleinkinder an die Hand nehmen. Mehr Vorsicht kann kein Versicherer verlangen.

Für Kinder im Alter von zwei Jahren ist es unzumutbar, wenn sie sich nur an der Hand der Mutter bewegen dürfen. Ihre Entwicklung würde dadurch beeinträchtigt, befand das Oberlandesgericht Saarbrücken. Der Haftpflichtversicherer eines Autofahrers muss nun in vollem Umfang zahlen, nachdem ihm eine Mutter vors Auto gelaufen ist, die ihr zweijähriges Kind retten wollte (Az. 4 U 239/05-132). Beide wurden schwer verletzt. Der Versicherer des Fahrers hatte für den Schaden von 55 000 Euro nicht aufkommen wollen, weil die Mutter das Kind nicht an der Hand gehalten hatte, sodass es auf die Straße laufen konnte.

Kinder müssten nur in besonderen Gefahrensituationen, etwa beim Überqueren einer Straße, an der Hand ge­führt werden, entschieden die Richter. Weil die Mutter ihr Kind auf dem Bürgersteig an der Häuserseite gehen ließ, habe sie ihre Aufsichtspflicht erfüllt und alles getan, um das Kind vom Verkehr ab­zu­schir­men. Das Ge­richt hatte auch volles Verständnis da­für, dass die Mutter reflexartig hinter ihrer Tochter herlief, um deren Leben zu retten. Eine Mit­­­schuld der Frau sah es nicht.

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