Kettensäge von Penny Schnelltest

Der Herbst ist da. Das ist die Zeit zum Bäume verschneiden. Passend dazu hat Penny für 79 Euro eine Kettensäge mit Elektroantrieb im Angebot. test.de hat sie einem Schnelltest unterzogen.

[Update 22.09.2008] Penny hat den Verkauf der Geräts gestoppt und startet eine Rückrufaktion.

Sicherheitsbelehrung

Mit einer Kettensäge ist nicht zu spaßen. Läuft sie mit maximaler Leistung, rotiert die messerscharfe Kette mit mehr als 20 Metern pro Sekunde um das Schwert. Wer nicht aufpasst, kann sich in Bruchteilen von Sekunden schwer verletzen. Ein spezieller Helm mit Visier fürs Gesicht und Ohrschützer sind Pflicht beim Sägen. Auch Schnittschutzhosen- und Stiefel gehören zur Sicherheitsausrüstung. Die Hersteller haben die Sägen mit Sicherungen ausgestattet, die vor schweren Unfällen schützen sollen.

Kettenbremse spricht nicht an

Stößt die laufende Säge mit der Schwertspitze - etwa beim Abtrennen von Ästen - auf einen Widerstand, schlägt sie mit voller Wucht zurück. Bei diesem „Kickback“ nach hinten oder nach oben in Richtung Kopf des Sägenden, muss eine Bremse die Kette in Bruchteilen von Sekunden zum Stehen bringen. Nicht so bei der Comet-Kettensäge von Penny: Bei den Testgeräten griff die Bremse auch bei hoher Beschleunigung nicht - und zwar beim Neugerät als auch bei der Säge im gealterten Zustand. Dieses Risiko sollte kein Hobby-Holzfäller eingehen.

Ölbehälter leckt, Schwertführung zu schwach

Zum Schmieren und Kühlen braucht die Kette Öl. Der Ölbehälter ist ärgerlicherweise undicht. Das Sägeschmieröl lief bei einem Testexemplar an mehreren Öffnungen aus. Das deutet auf eine Fertigung mit geringen Qualitätsstandards hin. Die Schwertführung riss beim Testgerät während der Griff-Belastungsprüfung aus. Das Schwert kann danach nicht mehr sicher befestigt werden. Wenn das nicht mehr möglich ist, dürfen Heimwerker mit der Säge nicht mehr arbeiten.

Säge funktioniert

Bei so vielen Sicherheits- und Qualitätsmängeln ist die eigentliche Funktionsprüfung im Prinzip gar nicht mehr nötig. Hier trotzdem die Ergebnisse: Die Schnittleistung der Penny-Säge liegt im mittleren Bereich. Wird die Kettenbremse von Hand ausgelöst, ist die Anhaltezeit ausreichend kurz. Bei der Schallmessung hat sich die Kettensäge als brav erwiesen. Sie ist nicht lauter als Konkurrenzprodukte aus test 8/08. Ihr gesamter Energieverbrauch ist wie bei allen Elektrosägen geringer als bei der Benzinsäge.
Tipp: Falls Sie die Kettensäge schon bei Penny gekauft haben, bringen Sie diese innerhalb der nächsten Tage zurück. Ihr Geld erhalten Sie zurückerstattet.

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