Der rote Klecks. Wenn alles stimmt, riecht und schmeckt Ketchup aromatisch und kräftig nach fruchtig-frischen Tomaten.

Die Sonne scheint, der Grill ist heiß – da darf ein Klecks Ketchup zur Bratwurst nicht fehlen. Die Stiftung Warentest hat 19 Tomatenketch­ups untersucht, unter anderem von Kraft Heinz, Werder Fein­kost aber auch Produkte von Lidl, Rewe oder Penny. Der Test von Ketchup macht Appetit: 14 Produkte sind gut, 5 befriedigend. Testsieger ist ein Bio-Ketchup. Im Test waren Ketchups zu Preisen von 0,16 bis 0,62 Cent pro 100 Milliliter.

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TestKetchup im Test04.05.2019
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Sehr unterschiedliche Tomaten-Anteile im Ketchup

Viel braucht es nicht für einen guten Ketchup: Wichtigste Zutat ist Tomatenmark. Hinzu kommen Zucker, Essig und je nach Rezeptur verschiedene Gewürze. Die Tomate muss aber stets im Vordergrund bleiben. Die europäischen Hersteller haben sich Qualitäts­anforderungen auferlegt – und die schreiben mindestens 6 Prozent Tomatentrocken­substanz vor. Alle Produkte im Test halten das auch ein. Aus der Tomatentrocken­substanz konnten unsere Tester zudem Rück­schlüsse auf den Tomaten­anteil ziehen. Die Unterschiede sind erstaunlich: So reicht der Tomaten­anteil bei den Ketchups im Test von schmalen 149 Gramm pro 100 Milliliter Ketchup bis zu stolzen 272 Gramm.

Das bietet der Tomatenketchup-Test der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen für 19 Tomatenketch­ups – von bekannten Marken wie Heinz, Kraft und Werder Fein­kost, von Handels- und Discountermarken wie Aldi, Lidl und Rewe sowie Bio-Ketchups von Alnatura oder Rapunzel. Vier Produkte enthalten Süßstoffe, drei sind als Kinder­ketchup aufgemacht. Wir haben die roten Würzsoßen verkostet, ihre chemische Qualität geprüft und auf Schad­stoffe sowie Keime getestet. Außerdem haben wir kontrolliert, wie gut sich der Ketchup entnehmen und dosieren lässt und haben die Kenn­zeichnung bewertet.

Hintergrund und Tipps. Wir sagen, was wir von einem geschmack­lich sehr guten Ketchup erwarten. Außerdem erklären wir, was es mit dem roten Tomatenin­halts­stoff Lykopin auf sich hat und mit welchem Trick Ketchup aus der Glasflasche läuft.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test Mai 2019.

Ketchup ganz ohne Zucker gibt es nicht

Auch die Zucker­gehalte im Test unterscheiden sich deutlich: Sie reichen beim klassischen Ketchup von 14 Gramm bis 27 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Einige Anbieter haben auch Produkte mit deutlich weniger Zucker. Vier Ketchups im Test enthalten Süßstoffe, drei davon auch Zucker. Werder setzt bei seinem kalorienreduzierten gar keinen Zucker zu. Ganz ohne kommt aber auch er nicht aus: Tomaten selbst enthalten schon ein paar Gramm Zucker. Da Ketchup meist nur in kleinen Portionen gegessen wird, haben wir den Zucker­gehalt nur berechnet, nicht bewertet. Gezuckerte Getränke und fettiges Essen tragen deutlich mehr zum Zucker- und Kalorien­konto bei als Ketchup. Malzbier statt Haus­halts­zucker verwenden wir in unserem Rezept zum Test Ketchup selber einkochen.

Ein Bio-Ketchup schmeckt am besten

Die meisten Produkte im Test konnten in der Verkostung über­zeugen. Ein Genuss ist ein Bio-Ketchup: Er schmeckt aromatisch und kräftig nach fruchtig-frischen Tomaten. Einige Produkte haben dagegen sensorische Fehler – sie schme­cken dominant-essig­säuerlich oder haben eine flache Tomatenmarknote. Insgesamt schneiden fünf der 19 Ketchups im Test nur mittel­prächtig ab. Das liegt auch an Mängeln in der Kenn­zeichnung. Die anderen 14 Produkte erhalten ein gutes test-Qualitäts­urteil.

Tipp: Sie bekommen gerade Appetit? Auf unserer Themenseite Grillen finden Sie alle Tests und Tipps zum leckeren Grill­vergnügen.

So schmeckt sehr guter Tomatenketchup

Um eine sehr gute Note im sensorischen Urteil zu bekommen, sollte Tomatenketchup folgende Eigenschaften besitzen:

Haupt­sache aromatisch. Ketchup wird aus Tomatenmark hergestellt. Für die Bestnote tritt die Tomatenmarknote in den Hintergrund: Die rote Soße riecht und schmeckt aromatisch und kräftig nach fruchtig-frischen Tomaten. Im Test erfüllt das nur der Tomatenketchup von Alnatura. Auch ein Ketchup, der aromatisch und kräftig nach Tomatenmark riecht und schmeckt, würde ein sensorisch sehr gutes Urteil bekommen. Das Produkt von Rapunzel hat zwar diese aromatische Tomatenmarknote, schafft wegen eines optischen Fehlers aber nur ein Gut.

Nichts dominiert die Tomate. Sehr guter Ketchup riecht und schmeckt leicht essig­säuerlich bis essig­säuerlich und leicht würzig. Im Geschmack ist er leicht salzig und leicht süß bis süß.

Nuancen von tomatenrot. Die dick­flüssige Soße ist hell- bis dunkeltomatenrot. Ketchup aus Glasflaschen ist oft musig, aus Plastikflaschen zum Quetschen hat er eher eine glatte Konsistenz.

Schad­stoffe trüben den Ketchup-Genuss kaum

Wir haben die Ketchups im Labor auch auf Schad­stoffe geprüft. Das Ergebnis ist erfreulich: Pestizide wiesen wir etwa in Bioprodukten gar nicht nach, in den meisten anderen nur Spuren. Auch Keime oder gentech­nisch veränderte Bestand­teile waren kein Problem. Schimmelpilzgifte entdeckten wir meist nur in sehr geringen Gehalten.

Lykopin – das Rot der Tomate macht Ketchup gesund

Tomaten verdanken ihre rote Farbe bestimmten Pflanzen­stoffen, den Karotinoiden – vor allem Lykopin. Es wirkt antioxidativ und ist gut für die Gesundheit, denn es schützt unsere Zellen vor sogenannten freien Radikalen. Dass Lykopin Krankheiten wie Krebs vorbeugt, ist bislang nicht eindeutig belegt. Lykopin ist hitze­stabil. Weil Zerkleinern und Erhitzen die Frucht­zellen der Tomate aufbricht, lässt sich Lykopin aus Ketchup oder Tomatenmark vom Körper sogar besser verwerten als aus rohen Früchten. Zum Vergleich: 100 Gramm Tomaten enthalten rund 3 Milligramm Lykopin, bei den Ketchups im Test liegen die Gehalte zwischen 7,4 (Kraft) und 21,9 Milligramm (Born) pro 100 Gramm.

Nutzer­kommentare, die vor dem 24. April 2019 gepostet wurden, beziehen sich auf die Vorgänger­unter­suchung zum Thema Ketchup.

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