Kennzeichnung von Lebensmitteln Meldung

Die Rote (Post-)Karte geht ans Verbraucherministerium

Seit Juli gelten in der EU strengere Vorschriften für die Kennzeichnung von Fleisch (Neue EU-Regelung). Doch Verbraucherschützern gehen die Regeln nicht weit genug. Sie fordern die lückenlose Kennzeichnung von Lebensmitteln. Verbraucher, die diese Forderung unterstützen wollen, können bei der Rote-Karte-Aktion mitmachen. Postkarten und E-Mails sollen dem Verbraucherministerium klar machen: „Wir wollen wissen, was drin ist“. Die Aktion läuft bis zum Welternährungstag am 16. Oktober.

Zu viel Speck im Schweinefleisch

Wo Schweinefleisch drauf steht, darf immerhin 30 Prozent Fett und 25 Prozent Bindegewebe drin sein. „Der Verbraucher erfährt nichts mehr über den tatsächlichen Gehalt an Magerfleisch“, kritisiert die Verbraucherzentrale Hessen (VZH) die neue EU-Regel zur Kennzeichnung von Fleisch. Weitere Kritikpunkte: Zwar muss der Hersteller angeben, von welcher Tierart das Fleisch stammt. Nicht genannt werden muss aber, von welchem Tier Zutaten wie Blut, Schwarten und Gelatine kommen. Und für lose Ware, die über den Verkaufstresen geht, gelten die neuen Regeln sowieso nicht. „Ein Produktvergleich ist für den Verbraucher nicht möglich“, so die VZH.

Viele Lebensmittel sind schlecht gekennzeichnet

Wie viel Erdbeeren sind im Joghurt? Wie alt ist das Fertiggericht? Aus welcher Gegend stammt die Butter? Fragen wie diese sind auf den meisten Verpackungen nicht beantwortet. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb die Angabe

  • aller Zutaten, inklusive aller Zusatzstoffe,
  • der Herkunft des Produkts, inklusive der Adresse und Info-Telefonnummer des Herstellers,
  • des Herstellungs- und Verbrauchsdatum,
  • aller Lebensmittel, die während der Herstellung mit Gentechnik in Kontakt gekommen sind,
  • der Haltungsform von Nutztieren.

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