Kennzeichnung von Lebensmitteln Meldung

Das Europäische Parlament erteilte der Ampel-Kennzeichnung für vorverpackte Lebensmittel eine klare Absage. Statt dessen soll die so genannte GDA-Kennzeichnung verpflichtend werden. test.de informiert.

[Update 24.06.2011]

Die Mitgliedstaaten der EU haben sich am 22. Juni 2011 auf gemeinsame Regeln zur Kennzeichnung von Lebensmitteln geeinigt. Nun muss Anfang Juli noch das Europäische Parlament über den Entwurf abstimmen, doch es gilt als sehr wahrscheinlich, dass es der Einigung folgt. Einige Regelungen hätten verbraucherfreundlicher ausfallen können. test.de berichtet darüber in der Meldung Kennzeichnung von Lebensmitteln: Hinter den Erwartungen. [Ende Update]

Kein Rot, gelb, grün

Vor allem Krankenkassen, Ärzte- und Verbraucherverbände hatten eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel gefordert, die den Gehalt von Salz, Zucker und Fett in den Farben rot (hohe Werte), gelb (mittlere Werte) und grün (niedrige Werte) angibt. Das Europäische Parlament stimmte jedoch mit einer klaren Mehrheit gegen diesen Vorschlag.

GDA-Kennzeichnung wird verpflichtend

Statt dessen sollen vorverpackte Lebensmittel nun einheitlich die so genannte GDA-Kennzeichnung tragen (Guideline Daily Amount, also Richtwert für die Tageszufuhr). Diese Kennzeichnung ist bereits auf zahlreichen Lebensmitteln zu finden: abgerundete Rechtecke mit absoluten Gehalten bestimmter Nährstoffe in Gramm und deren prozentualen Anteilen an der empfohlenen Tagesmenge. Künftig müssen entsprechende Produkte folgende Nährwertangaben enthalten, die gut lesbar auf der Vorderseite der Verpackung stehen sollen: Energiegehalt, Fettgehalt, Anteil gesättigter Fettsäuren, Mengen an Zucker und Salz. Gut für Verbraucher: Die Angaben der absoluten Nährstoff- und Energiegehalte müssen pro 100 Gramm oder 100 Milliliter angegeben werden und nicht pro Portion. Denn diese kann je nach Anbieter stark variieren. Eine einheitliche Größe wie eben 100 Gramm erleichtert den Vergleich verschiedener Lebensmittel beim Einkauf.

Tagesbedarf nicht immer zutreffend

Die Bewertung der Nährwertgehalte durch Prozentangaben (empfohlene Tagesmenge) bezieht sich auf den Tagesbedarf einer erwachsenen Frau von 2000 Kilokalorien. Für kleine Kinder, Sportler oder beispielsweise auch ältere Menschen kann das jedoch von Nachteil sein, da ihr Tagesbedarf davon abweichen kann. Künftig sollen die Hersteller auch mitteilen, woher Lebensmittel wie Fleisch, Milch, Obst oder Gemüse stammen, selbst dann, wenn sie Bestandteile von Fertigprodukten sind.

Nicht für Brötchen vom Bäcker

Für Lebensmittel, die nicht bereits verpackt sind - wie zum Beispiel Brötchen vom Bäcker oder Fleisch aus der Frischetheke, gelten die neuen Regelungen nicht. Ohnehin kann es noch dauern, bis die Regelungen auch verbindlich EU-weit gelten. Nach der Entscheidung im Europäischen Parlament muss sich nun der EU-Ministerrat mit der Verordnung befassen. Erst bei einer Einigung vom Parlament und Rat kann die Lebensmittelkennzeichnung verbindlich festgelegt werden. Danach hat die Lebensmittelbranche noch drei Jahre Zeit, die neuen Regeln umzusetzen.

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