Die über 30 000 Kunden der bankrotten isländischen Bank Kaupthing Edge müssen weitere drei Monate auf ihr Geld warten. Der isländische Wirtschaftsminister verlängerte die Frist zur Bedienung der Ansprüche bis Ende April.

Noch kein Geld zurück

Kaupthing-Kunden müssen nun möglicherweise bis Ende April auf die Auszahlung ihrer Guthaben warten. Eigentlich sollten die Inhaber von Tages- und Festgeldkonten bis Ende Januar entschädigt werden und den Wert ihrer Einlagen zurückerhalten. Der isländische Einlagensicherungsfonds hatte Ende Oktober die Zahlungsunfähigkeit von Kaupthing festgestellt. Binnen drei Monate hätten die Anleger entschädigt werden müssen. Diese Frist läuft Ende Januar ab.

Zweite Verschiebung möglich

Das isländische Wirtschaftsministerium hat sich einer Klausel in dem Statut des Fonds bedient, die ihr einen dreimonatigen Aufschub der Entschädigungszahlungen gestattet. Grund dafür dürfte auch die politischen Entwicklung in Island sein. Zu Wochenbeginn war der Regierungschef zurückgetreten. Neuwahlen sollen auf der Insel mit ihren rund 300 000 Einwohnern im Mai stattfinden. Der isländische Einlagensicherungsfonds kann die Auszahlungsfrist sogar ein zweites Mal auf Ende Juli verlängern.

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