Viele Käufer greifen für ein Marken­produkt tief in die Tasche, etwa bei Kleidung. Entdecken sie einen Mangel, haben sie zwar Anspruch auf ein funk­tionierendes Ersatz­teil – aber nicht unbe­dingt auf eines derselben Marke. Wichtigster Punkt: Das Produkt muss funk­tionieren. Was man nicht direkt sieht, ist unerheblich. So hat das Amts­gericht Coburg entschieden. Der Kläger hatte eine herunter­gesetzte Marken­jeans gekauft. Schon kurze Zeit nach dem Kauf hatte sich der unterste Knopf im Hosen­schlitz gelöst und fiel heraus. Der Verkäufer brachte darauf­hin den Knopf eines anderen Herstel­lers an. Dieser war voll­ständig durch die Knopf­leiste verdeckt.

Laut Gericht sei der Verkäufer durch das Anbringen eines neuen Knopfes seiner Verpflichtung zur Beseitigung des Mangels nachgekommen. Dass es sich hierbei um den Knopf eines anderen Herstel­lers handelte, ändere daran nichts. Der Knopf erfülle seine Funk­tion, die Hose zu verschließen. Eine Zier­funk­tion spiele keine Rolle, weil der Knopf verdeckt ist (Az. 14 C 568/16).

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