Gewährleistung und Garantie: Großer Unterschied

Kaufen und Reklamieren Meldung

Kulanz bei Nichtgefallen: Viele Läden nehmen die Waren auch bei Nichtgefallen zurück. Das ist aber reine Kulanz.

Die Garantie kann der Hersteller frei ausgestalten.

Freiwillig: Garantie und Gewährleistung sind nicht dasselbe. Die Gewährleistung ist gesetzlich festgelegt. Eine Garantie hingegen geben Händler oder Hersteller freiwillig. Meist dauert sie länger als die zweijährige Gewährleistung, bietet aber oft weniger.

Bedingungen: Weil Garantien nicht vorgeschrieben sind, können Hersteller sie nach eigenen Wünschen gestalten. So dürfen sie Bedingungen stellen, die bei der Gewährleistung nicht erlaubt wären. Zum Beispiel können sie verlangen, dass der Kunde defekte Ware auf eigene Kosten einschickt, dass er regelmäßig den Herstellerservice nutzt oder die Beweislast zu tragen hat. Steht davon nichts in der Garantie­ur­kun­de, gehen die Gerichte eher davon aus, dass die Garantie die gleichen Rechte gibt wie die Gewährleistung.

Günstiger: In den ersten zwei Jahren laufen Garantie und Gewährleistung parallel. Was günstiger ist, kommt auf den Einzelfall an. Meist handelt es sich um eine Haltbarkeitsgarantie. Dann hat der Kunde den Vorteil, dass die Beweislastumkehr nach sechs Monaten nicht greift. Wenn Sie möchten, dass die defekte Ware ausgetauscht oder repariert wird, ist die Garantie meist unproble­matischer. Wer dagegen wegen eines Mangels den Kauf rückgängig machen oder eine Preisminderung durchsetzen will, ist mit der Gewährleistung besser dran. Denn solche Rechte räumen Garantien üblicherweise nicht ein.

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