Katzen­streu Test

Laborprüfungen mit künst­lichem Katzenurin und Praxis­test im Katzenhotel: Die Tester des österrei­chischen Vereins für Konsumenten­information (VKI) haben akribisch untersucht, welche Katzen­streu die beste ist. 30 Produkte waren im Test. Viele davon, darunter auch die Testsieger, sind in Deutsch­land erhältlich. test.de präsentiert die Ergeb­nisse und gibt Tipps für den Katzen­alltag.

30 x Katzen­streu im Test

Ergiebig­keit, Staub­entwick­lung und Hand­habung – viele Katzen­streuen unterscheiden sich erheblich. Zu diesem Ergebnis kommen die österrei­chischen Verbraucherschützer in ihrer Zeit­schrift Konsument (1/2014).

Fit für die Schaufel

Im Labor- und Praxis­test waren ausschließ­lich Klump­streu-Produkte. Die heißen so, weil sich ihr körniges Material nach dem Kontakt mit Katzenurin in feste Klumpen verwandelt. Diese lassen sich leicht mit einer kleinen Schaufel entnehmen. Wichtig: Klump­streu muss die Flüssig­keit schnell und dauer­haft binden. Die Klumpen sollen auch beim Entfernen stabil bleiben. Zer­brechen sie beim Heraus­nehmen, verunreinigen die Bruch­stücke die Rest­streu.

Wie ergiebig sind die Streu-Produkte?

Die Tester orientierten sich bei ihren Prüfungen am echten Katzenleben und arbeiteten mit künst­lich hergestelltem, erwärmtem Urin. Mit einem pH-Wert von 6,6 und einer Temperatur von 38,8 °Celsius. Pro Produkt gab es fünf Messungen. Akribisch ermittelten die österrei­chischen Tester so jeweils die Streumenge, die notwendig ist, um 50 Milliliter Katzenurin zu binden. Die so gemessene Ergiebig­keit ist letzt­lich auch maßgeblich dafür, ob ein Produkt preis­wert ist oder nicht.

Tipp: Achten Sie beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Ergiebig­keit (siehe Tabelle). Vermeintlich billige Schnäpp­chen erweisen sich manchmal als relativ wenig ergiebig und sind am Ende doch vergleichs­weise teuer.

Die Besten sind sehr ergiebig

Zwei Produkte schneiden im Test sehr gut ab: Cat’s Best ÖkoPlus Öko-Katzen­streu (ca. 9 Euro für 10 Liter) und Sivocat Super Soft (ca. 10 Euro für 12 Liter). Bei der Bewertung erzielten sie im VKI-Test jeweils 81 von 100 möglichen Punkten. Beide Testsieger erwiesen sich als ergiebig.

Im Katzenhotel getestet

Der Test bestand nicht nur aus Labor-, sondern auch aus Praxis­prüfungen. Die fanden mit vielen Zimmertigern in einem Katzenhotel statt. Zum Einsatz kamen dort über­dachte Katzenklos, die jeweils sieben Zenti­meter hoch mit Einstreu gefüllt wurden. Jedes Streu­produkt kam fünf­mal fünf Tage lang zum Einsatz. Pro Test­durch­gang hatte jede Katze ihr Klo für sich allein. Im Testein­satz waren unter anderem Tiere der Rassen Britisch Kurz­haar, Perser und Maine Coon.

Nur eine „duftet“ etwas strenger

Erster Prüf­punkt im Praxis­test: Wird die Streu von der Katze angenommen? Das Ergebnis ist erfreulich: Keine der Testkatzen verweigerte die Test­streu. Außerdem positiv: Bei 29 der 30 getesten Produkte war der Urin- und Kotgeruch gering bis kaum wahr­nehm­bar. Nur die Streu von Ricki „duftete“ gering­fügig strenger.

Klumpen nicht immer stabil

Die Hinterlassenschaft der Katzen wurde zwei Mal täglich entfernt, morgens und abends. Bei den Kothäufchen gelang das problemlos. Die Urinklumpen erwiesen sich dagegen leider nicht immer als so stabil, wie das wünschens­wert gewesen wäre.

Ärgerlicher Staub

Am unangenehmsten ist bei Katzen­streu mitunter die Staub­entwick­lung. Die österrei­chischen Tester ermittelten hier deutliche Unterschiede. Massiv staubte es vor allem bei Cats Plus, dm Dein Bestes, Ricki und Molly. Und zwar sowohl beim Befüllen als auch beim Entleeren der Katzen­toilette. Bei Ricki und Molly verursachte sogar das Entfernen der Klumpen eine Staubbelastung. Als Ärgernis protokollierten die Tester, dass der Staub mitunter am Boden der Toilette mit dem Katzenurin einen zähen Belag bildete, der sich nur schwer entfernen ließ.

Bentonit nicht ins Klo

Klump­streu darf niemals, auch nicht in kleinsten Mengen, in der Toilette entsorgt werden. Der Grund: Fast alle Produkte sind auf Basis von mineralischem Bentonit hergestellt. Aufgrund der lehmigen Konsistenz lagert sich das Material in Abwasser­rohren ab. Deren Reinigung kommt teuer.

Tipp: Katzen­streu gehört in die Restmüll­tonne!

Kompostieren oder besser nicht?

Die Öko-Katzen­streu Cat’s Best wird auf Basis von Pflanzenfasern hergestellt. Der Anbieter wirbt mit „Kompostier­fähig und 100% biologisch abbaubar“. Garten­besitzer, die über­legen, die Streu zu kompostieren, sollten aus hygie­nischen Gründen aber sehr vorsichtig sein. Der Grund: Die meisten Komposter erreichen nicht die hygie­nisch notwendigen hohen Temperaturen im Rotte­gut, so dass sie eventuell vorhandene Krank­heits­erreger nicht sicher abtöten. Außerdem droht vor allem in kleinen Gärten die Gefahr der Über­düngung.

Tipp: Falls Sie Katzen­streu trotzdem kompostieren, sollten Sie dies nur in Maßen tun, für optimale Verrottung sorgen und nur perfekt ausgereiften Kompost (mindestens ein Jahr alt) verwerten.

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