Katzentrockenfutter im Test

So haben wir getestet

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Katzentrockenfutter im Test Testergebnisse für 25 Katzenfutter 05/2018

Inhalt

Im Test: 25 häufig verkaufte Allein­futtermittel für ausgewachsene Katzen – alle Trockenfutter, darunter zwei Bioprodukte.
Wir kauf­ten sie von August bis September 2017 ein.
Die Preise erfragten wir bei den Anbietern im März 2018.

Ernährungs­physiologische Qualität: 60 %

Die Modell­katze, von der wir ausgehen, ist vier Kilogramm schwer und leicht überge­wichtig. Sie entspricht in etwa der deutschen Durch­schnitts­katze. Wir berechneten, welche Futter- und Nähr­stoff­mengen sie benötigt, und untersuchten, ob die Futter im Test diese Nähr­stoff­mengen liefern. Alle Produkte wurden als Allein­futtermittel bewertet. Das heißt, sie mussten in der Lage sein, als alleinige Nähr­stoff­quelle das Tier mit allem Notwendigen zu versorgen. Alle Proben wurden blind bewertet.

Bei der Modell­katze gingen wir von einer Energie­aufnahme von zirka 226 Kilokalorien am Tag aus. Wir verglichen die Aufnahme von Eiweiß, Aminosäuren, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid, Spuren­elementen, Vitaminen, Fett und ungesättigten Fett­säuren mit dem Bedarf der Modell­katze. Ebenso bestimmten wir die Kat­ionen-Anionen-Bilanz. Die Bedarfs­zahlen entnahmen wir der Norm des US-amerikanischen National Research Council (NRC 2006) und der FEDIAF (2017), einem Zusam­menschluss europäischer Futtermittel­hersteller. Außerdem beur­teilten wir die In-vitro-Verdaulich­keit des Proteins (bestimmt nach VDLUFA-Methode).

Eine Auflistung der Methoden zur Bestimmung der relevanten Nähr­stoffe ist unter „Weitere Unter­suchungen“ zu finden.

Fütterungs­empfehlungen: 20 %

Wir über­prüften, ob die angegebenen Futtermengen in etwa den Energiebedarf für die Modell­katze und Katzen mit anderem Energiebedarf decken. Wir prüften, ob die Anbieter Hinweise geben, etwa zur Bereit­stellung von Wasser oder zu Unterschieden je nach Rasse, Aktivität oder Alter. Alle Proben wurden blind bewertet.

Schad­stoffe: 5 %

Wir untersuchten die Futter auf Blei, Arsen, Kadmium und Queck­silber in Anlehnung an Methode DIN EN 13805:2014/VDLUFA VII 2.2.3.1:2011. Auf Mineral­ölbestand­teile prüften wir mittels LC-GC/FID.

Verpackung: 5 %

Drei Experten prüften, wie sich die Verpackungen öffnen ließen und ob sie sich dicht wieder­verschließen ließen – ebenso, wie leicht sich der Inhalt entnehmen ließ. Zudem kontrollierten wir die Recycling­hinweise und Materialkenn­zeichnungen.

Deklaration und Werbeaussagen: 10 %

Wir prüften, ob die Angaben auf den Packungen, wie im Futtermittel­recht vorgeschrieben, voll­ständig und korrekt waren. Wir beur­teilten Abbildungen und Werbeaussagen. Drei Experten prüften Über­sicht­lich­keit und Lesbarkeit der Informationen.

Katzentrockenfutter im Test Testergebnisse für 25 Katzenfutter 05/2018

Weitere Unter­suchungen

  • In Anlehnung an die EU-Verordnung (EG) Nr. 152/2009 bestimmten wir Trockenmasse/Feuchtig­keit, den Gehalt an Rohfett, Rohasche, Rohprotein, Rohfaser, Gesamt­zucker, Chlorid, Vitamin A, Vitamin E und die Aminosäure L-Tryptophan.
  • In Anlehnung an ASU F 0085: 2011 bestimmten wir den Jodgehalt.
  • In Anlehnung an VDLUFA VII 2.2.3.1: 2011 (DIN EN 13805:2014) prüften wir Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Zink, Kupfer, Eisen und Selen.
  • Gemäß DIN EN 14122:2014 analysierten wir den Gehalt an Vitamin B1, in Anlehnung an DIN EN 12821:2009 Vitamin D3 und D2.
  • Gemäß ASU L 00.00–63/2 bestimmten wir Betakarotin.
  • Gemäß Methode VDLUFA Bd. III 4.11.1 bestimmten wir die Aminosäuren (L-Arginin, L-Cystein, L-Histidin, L-Isoleucin, L-Leucin, L-Lysin, L-Methionin, L-Phenylalanin, L-Threonin, L-Tyrosin, L-Valin, L-Alanin, L-Asparaginsäure, L-Glutaminsäure, L-Glycin, L-Prolin, L-Serin und Taurin).
  • Die Verdaulich­keit des Rohproteins bestimmten wir gemäß VDLUFA, Band III 4.2.1.
  • Nach Methode DGF C-VI 10 und 11d untersuchten wir das Fett­säurespektrum (darunter gesättigte, einfach ungesättigte, mehr­fach ungesättigte Fett­säuren, Trans­fett­säuren).
  • Stärke wurde enzymatisch bestimmt.
  • Der Gehalt an Acrylamid wurde mittels LC-MS/MS ermittelt.
  • Im Futter enthaltene Tier­arten prüften wir qualitativ mittels PCR. Dabei testeten wir auf Rind (Bos taurus), Schwein (Haus­schwein, Wild­schwein/Sus scrofa), Schaf (Ovis aries), Ziege (Capra hircus), Wasser­büffel, Pferd (Equus caballus)/Esel (Equus asinus), (Wild-/Feld-) Hase (Lepus europaeus), (Wild-)Kanin­chen (Oryctolagus cuniculus), Känguru (Macropus giganteus / Macropus rufus), Huhn (Gallus gallus), Pute (Meleagris gallopavo), Gans (Ansa albifrons), Stock­ente (Anas platyrhyncos), Moschus­ente (Cairina moschata), Strauß (Struthio camelus), Rehwild, Rothirsch, Axishirsch, Damm­hirsch, Rentier, Springbock, Bison, Fasan und Fisch.
  • Bei Produkten, die Getreide unter den ersten drei Zutaten auflisten, prüften wir auf Schad­stoffe aus Getreide wie Pestizide oder Schimmelpilzgifte. Auf Pestizide prüften wir gemäß Methode ASU L 00.00–34, auf Glyphosat und sein Deri­vat AMPA untersuchten wir mittels LC-MS/MS. Auf Aflatoxine testeten wir in Anlehnung an Methode DIN EN ISO 16050:2011. Die Schimmelpilzgifte Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon bestimmten wir mittels LC-MS/MS, Ochratoxin A in Anlehnung an die Methode DIN EN 14132:2009.
  • Warben die Katzenfutter damit, frei von gentech­nisch veränderten Bestand­teilen zu sein, über­prüften wir diese Aussage mittels eines Scree­nings auf häufig in gentech­nisch veränderten Organismen verwendeten DNS-Sequenzen. Wir wiesen keine dieser Sequenzen nach.
  • In Anlehnung an Methode ASU L 00.00– 94 über­prüften wir den Inulin­gehalt, wenn die Futter auf dem Etikett Inulin auslobten.
  • Wir führten an allen Futtern einen Hemm­stoff­test gemäß Anlage 4 Kap. 3.9 der Neufassung der Allgemeinen Verwaltungs­vorschrift Lebens­mittel­hygiene (Bundes­ministerium für Ernährung, Land­wirt­schaft und Verbraucher­schutz) vom 09.11.2009 durch. Er war bei allen Produkten negativ, wir erhielten keine Hinweise auf Antibiotika.
  • Mittels ELISA testeten wir die Futter auf Gluten, die eine getreidefreie oder glutenfreie Rezeptur kenn­zeichneten. Mittels Realtime-PCR untersuchten wir diese auch auf Reisbestand­teile (Oryza sativa).
  • Wir untersuchten, ob Geschmacks­verstärker oder Aroma-Lock­stoffe im Futter enthalten waren. Alle Futter im Test waren hierbei unauffäl­lig. Dabei testeten wir mittels UPLC-DAD-MS/MS unter anderem auf Neohesperidin-Dihydrochalcon, Rebaudiosid A, Naringin-Dihydrochalcon, Trilobatin und Vanillin.
  • Unter dem Mikroskop prüften wir, ob Spuren von tierischen Bestand­teilen wie Haare, Horn, Borsten oder Federn zu finden waren. Kein Produkt war hier auffällig.
  • Stick­stoff­freie Extrakte, Brenn­wert und Kat­ionen-Anionen-Bilanz wurden berechnet.
  • Den pH-Wert prüften wir in Anlehnung an Methode L 06.00–2 der ASU.
  • Im Rahmen der mikrobiologische Prüfung bestimmten wir die aerobe Gesamt­keimzahl nach DIN EN ISO 4833–2:2014. Wir prüften auf Salmonellen gemäß ASU L 00.00–20:2008 und auf Escherichia coli gemäß DIN ISO 16649–1:2009 – Salmonellen und E. colis waren in keinem Futter nach­weisbar.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen*) gekenn­zeichnet.

Folgende Abwertungen haben wir in diesem Test einge­setzt:

  • Das test-Qualitäts­urteil konnte nicht besser sein als das Urteil für die ernährungs­physiologische Qualität, wenn es befriedigend oder schlechter war.
  • Bei ausreichenden Fütterungs­empfehlungen wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note, bei mangelhaften Fütterungs­empfehlungen um maximal eine Note abge­wertet.
  • Lautete die Deklarations­bewertung ausreichend, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet.
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Profilbild Stiftung_Warentest am 25.11.2020 um 15:56 Uhr
Übertragbarkeit auf andere Geschmacksrichungen

@DaRe_01: Unsere Testergebnisse beziehen sich nur auf diejenigen Geschmackssorten der Futter, die wir ins Labor geschickt haben. Die Ergebnisse sind nicht verallgemeinerbar. Sie sagen nichts über die Qualität anderer Geschmackssorten desselben Herstellers aus. Ohne gesonderte Analyse können wir über die Nährstoffzusammensetzung anderer Geschmacksrichtungen leider keine verbindliche Aussage machen. (bp)

DaRe_01 am 24.11.2020 um 11:44 Uhr
Purina One Bifensis Dual Defence Reich an Huhn ...

Guten Tag,
vielen Dank erstmal für den ausführlichen Test! Ich habe eine Frage zum o.g. Trockenfutter: Das gibt es in verschiedenen Ausführungen (Junior, Adult, Senior 7+), die alle ebenfalls die Sorte "Reich an Huhn und Vollkorn-Getreide" sind. Wenn ich das richtig sehe, haben Sie Adult getestet. Lässt sich das Ergebnis auf die anderen Ausführungen übertragen? Wie unterscheiden sich die Ausführungen für unterschiedliche Altersklassen?
Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße!

Profilbild Stiftung_Warentest am 01.09.2020 um 11:43 Uhr
Getreide im Trockenfutter

@joerg1903: Im Trockenfutter ist Getreide oft die häufigste Zutat, gefolgt von „Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen“. Tierische Nebenprodukte wie Leber und Herz gelten als hochwertig, sie liefern Vitamine und Mineralstoffe. Weitere typische Zutaten der Trockenfutter aus unserem Test: Erbsen und Karotten, Fett und Öl, Zusatzstoffe, wahlweise Eier und Fisch. Die meisten Zutaten werden getrocknet in Form von Pulver oder Mehl eingesetzt. Alle im Test mit „sehr gut“ und „gut“ bewerteten Futter haben ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis mit denen Sie Ihre Katze vollwertig und gesund ernähren können. (bp)

joerg1903 am 31.08.2020 um 21:14 Uhr
Penny Trockenfutter

Sehr geehrte Damen und Herren,
bisher hat die Stiftung Warentest immer mein uneingeschränktes Vertrauen genossen. Viele meiner Käufe in der Vergangenheit habe ich nach Ihren Testergebnissen ausgewählt und bin damit immer gut gefahren.
Was ich aber so gar nicht verstehen kann ist, dass sie das Trockenfutter von Penny als Allerbestes bewerten. Es enthält als Hauptzutat Getreide. Jedenfalls ist Getreide in der Zutatenliste als Erstes genannt worden. Katzen in freier Wildbahn sind Mäusefresser. Dadurch bekommen sie nur die Menge an Getreide, die in einen Mäusemagen passt, also sehr wenig. Können Sie mir dieses MIssverhältnis bitte erklären.
Besten Gruß
Jörg

vaglie am 18.10.2019 um 07:09 Uhr
Schwierigkeiten bei Mäusefressern

Meine Katze bringt laut schreiend täglich Mäuse, sucht Lob und frisst sie anschließend...
Das macht sie bei den als gut getesteten Edeka-Dosen "gut und günstig" partout nicht. Es gibt kaum ein Feuchtfutter, das ihre Anerkennung findet. Da hilft der Blick auf die Testergebnisse überhaupt nicht... Trockenfutter ist sie leider seit Kindsbeinen nicht gewöhnt und frisst es nur im Notfall. Dass sie schlank und drahtig ist und auf Bäume und Dächer klettert, zeugt von Gesundheit, was vom Tierarzt bestätigt wird.