So haben wir getestet

Im Test: 25 Allein­futtermittel – alles Feucht­futter, darunter zwei Bioprodukte. Wir kauf­ten sie von August bis September 2016 ein. Die Preise erfragten wir bei den Anbietern im März 2017.

Ernährungs­physiologische Qualität: 60 %

Die Modell­katze, von der wir ausgehen, ist vier Kilogramm schwer und leicht überge­wichtig. Sie entspricht in etwa der deutschen Durch­schnitts­katze. Wir berechneten, welche Futter- und Nähr­stoff­mengen sie benötigt, und untersuchten, ob die Futter im Test die nötigen Nähr­stoff­mengen liefern. Alle Produkte wurden als Allein­futtermittel bewertet. Das heißt, sie mussten in der Lage sein, als alleinige Nähr­stoff­quelle das Tier mit allem Notwendigen zu versorgen. Alle Proben wurden blind bewertet.

Bei der Modell­katze gingen wir von einer Energie­aufnahme von zirka 226 Kilokalorien am Tag aus. Wir verglichen die Aufnahme von Protein, Aminosäuren, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Chlorid, Spuren­elementen, Vitaminen, Fett und ungesättigten Fett­säuren mit dem Bedarf der Modell­katze. Ebenso bestimmten wir die Kat­ionen-Anionen-Bilanz. Die Bedarfs­zahlen entnahmen wir der Norm des US-amerikanischen National Research Council (NRC 2006) und der FEDIAF (2016), einem Zusam­menschluss europäischer Futtermittel­hersteller. Außerdem beur­teilten wir die In-vitro-Verdaulich­keit des Proteins (bestimmt nach VDLUFA-Methode).

Bei der Bewertung des Natrium­gehalts wurde die sichere Höchst­grenze (Safe Upper Limit) der FEDIAF berück­sichtigt. Diese Ober­grenze unterscheidet sich von der des NRC, da die FEDIAF aktuelle Studien mit einbezogen hat. Eine Auflistung der Methoden zur Bestimmung der relevanten Nähr­stoffe ist unter „Weitere Unter­suchungen“ zu finden.

Fütterungs­empfehlungen: 20 %

Wir über­prüften, ob die angegebenen Futtermengen in etwa den Energiebedarf für die Modell­katze und Katzen mit anderem Energiebedarf decken. Wir prüften, ob die Anbieter Hinweise geben, etwa zu zimmerwarmer Fütterung oder zu Unterschieden je nach Rasse, Aktivität oder Alter. Alle Proben wurden blind bewertet.

Schad­stoffe: 10 %

Wir untersuchten die Futter auf Blei, Arsen, Kadmium und Queck­silber in Anlehnung an Methode DIN EN 13805:2014/VDLUFA VII 2.2.3.1:2011.

Bei Produkten, die Getreide unter den ersten drei Zutaten auflisten, prüften wir auf Schad­stoffe aus Getreide wie Pestizide oder Schimmelpilzgifte. Auf Pestizide prüften wir gemäß Methode ASU L 00.00–115. Auf Glyphosat und sein Deri­vat AMPA untersuchten wir mittels LC-MS/MS. Wir fanden Pestizide nur in Spuren. Auf Aflatoxine testeten wir in Anlehnung an Methode DIN EN ISO 16050:2011. Die Schimmelpilzgifte Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon bestimmten wir mittels LC-MS/MS, Ochratoxin A in Anlehnung an die Methode DIN EN 14132:2009. Wir konnten keines der Mykotoxine nach­weisen.

Deklaration und Werbeaussagen: 10 %

Wir prüften, ob die Angaben auf den Packungen, wie im Futtermittel­recht vorgeschrieben, voll­ständig und korrekt waren. Wir beur­teilten Abbildungen und Werbeaussagen. Drei Experten prüften Über­sicht­lich­keit und Lesbarkeit der Informationen.

Weitere Unter­suchungen

  • In Anlehnung an die EU-Verordnung (EG) Nr. 152/2009 bestimmten wir Trockenmasse/Feuchtig­keit, den Gehalt an Rohfett, Rohasche, Rohprotein, Rohfaser, Gesamt­zucker, Chlorid, Vitamin A, Vitamin E und die Aminosäure L-Tryptophan.
  • In Anlehnung an ASU F 0085: 2011 [Futtermittel] bestimmten wir den Jodgehalt.
  • In Anlehnung an VDLUFA VII 2.2.3.1: 2011 (DIN EN 13805:2014) prüften wir Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen und Selen.
  • Gemäß DIN EN 14122:2014 analysierten wir den Gehalt an Vitamin B1, in Anlehnung an DIN EN 12821:2009 Vitamin D3 und D2.
  • Gemäß DIN EN 12823–2:2000 bestimmten wir Betakarotin.
  • Gemäß Methode VDLUFA Bd. III 4.11.1 bestimmten wir die Aminosäuren (L-Arginin, L-Cystein, L-Histidin, L-Isoleucin, L-Leucin, L-Lysin, L-Methionin, L-Phenylalanin, L-Threonin, L-Tyrosin, L-Valin, L-Alanin, L-Asparaginsäure, L-Glutaminsäure, L-Glycin, L-Prolin, L-Serin und Taurin).
  • Die Verdaulich­keit des Rohproteins bestimmten wir gemäß VDLUFA, Band III 4.2.1.
  • In Anlehnung an Methode DGF C-VI 10 und 11d untersuchten wir das Fett­säurespektrum (darunter gesättigte, einfach ungesättigte, mehr­fach ungesättigte Fett­säuren, Trans­fett­säuren).
  • Stärke wurde enzymatisch bestimmt.
  • Im Futter enthaltene Tier­arten prüften wir qualitativ mittels PCR. Dabei testeten wir auf Rind (Bos taurus), Schwein (Haus­schwein, Wild­schwein / Sus scrofa), Schaf (Ovis aries), Ziege (Capra hircus), Wasser­büffel, Pferd (Equus caballus) / Esel (Equus asinus), (Wild-/Feld-) Hase (Lepus europaeus), (Wild-)Kanin­chen (Oryctolagus cuniculus), Känguru (Macropus giganteus / Macropus rufus), Huhn (Gallus gallus), Pute (Meleagris gallopavo), Gans (Ansa albifrons), Stock­ente (Anas platyrhyncos), Moschus­ente (Cairina moschata), Strauß (Struthio camelus), Rehwild, Rothirsch, Axishirsch, Damm­hirsch, Rentier, Springbock, Bison, Fasan und Fisch.
  • Warben die Katzenfutter damit, frei von gentech­nisch veränderten Bestand­teilen zu sein, über­prüften wir diese Aussage mittels eines Scree­nings auf häufig in gentech­nisch veränderten Organismen verwendeten DNS-Sequenzen. Wir wiesen keine dieser Sequenzen nach.
  • In Anlehnung an Methode ASU L 00.00– 94 über­prüften wir den Inulin­gehalt, wenn die Futter auf dem Etikett Inulin auslobten.
  • Wir führten an allen Futtern einen Hemm­stoff­test gemäß Anlage 4 Kap. 3.9 der Neufassung der Allgemeinen Verwaltungs­vorschrift Lebens­mittel­hygiene (Bundes­ministerium für Ernährung, Land­wirt­schaft und Verbraucher­schutz) vom 09.11.2009 durch. Er war bei allen Produkten negativ: Wir fanden keine Antibiotika.
  • Mittels ELISA testeten wir die als getreidefrei gekenn­zeichneten Futter auf Gluten. Mittels Realtime-PCR untersuchten wir auf Reisbestand­teile (Oryza sativa).
  • Wir untersuchten, ob Geschmacks­verstärker oder Aroma-Lock­stoffe im Futter enthalten waren. Alle Futter im Test waren hierbei unauffäl­lig. Dabei testeten wir mittels UPLC-DAD-MS/MS unter anderem auf Neohesperidin-Dihydrochalcon, Rebaudiosid A, Naringin-Dihydrochalcon, Trilobatin und Vanillin.
  • Unter dem Mikroskop prüften wir, ob Spuren von tierischen Bestand­teilen wie Haare, Horn, Borsten oder Federn zu finden waren. Kein Produkt war hier auffällig.
  • Stick­stoff­freie Extrakte, Brenn­wert und Kat­ionen-Anionen-Bilanz wurden berechnet.
  • Den pH-Wert prüften wir in Anlehnung an Methode L 06.00–2 der ASU.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen*) gekenn­zeichnet.

Folgende Abwertungen haben wir in diesem Test einge­setzt:

Das test-Qualitäts­urteil konnte nicht besser sein als das Urteil für die ernährungs­physiologische Qualität, wenn es befriedigend oder schlechter war.

Bei mangelhaften Fütterungs­empfehlungen wurde das test-Qualitäts­urteil um maximal eine Note abge­wertet.

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