Rund 3,4 Millionen gesetzlich Krankenversicherte sind seit dem Beginn des Krankenkassenwahlrechts in Betriebskrankenkassen (BKKs) gewechselt. Deren Mitgliederzahl ist in der Zeit vom 1.Januar 1996 bis zum 1.Januar 2001 um über 65 Prozent auf rund 8,4 Millionen gewachsen. Die rund 3,5 Millionen beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen sind dabei noch gar nicht mitgezählt.

Der Marktanteil der BKKs hat sich so von 10 auf 17 Prozent erhöht, während die AOKs von fast 44 Prozent auf 38 Prozent Marktanteil schrumpften. Zu den Verlierern zählen auch die Angestellten-Ersatzkassen wie DAK oder Barmer Ersatzkasse.

Grund für die Abwanderungswelle: Im Schnitt verlangten die BKKs im vergangenen Jahr einen Beitragssatz von 12,5 Prozent, während er bei den Ortskrankenkassen bei 14,1 Prozent und bei den Angestellten-Ersatzkassen bei 13,7 Prozent lag. Der Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen läuft fast ausschließlich über den Beitragssatz. Die Leistungen der Krankenkassen sind zu etwa 95 Prozent gesetzlich geregelt und damit bei allen Kassen identisch.

In Zukunft wird die Wanderung zwischen den Kassen wahrscheinlich nachlassen. Zum einen mussten auch viele BKKs in letzter Zeit ihre Beiträge anheben. Experten gehen davon aus, dass Beitragssätze unter 12 Prozent auf Dauer nicht haltbar sind. Zum anderen dürfte das seit Anfang dieses Jahres gültige neue Kassenwahlrecht stabilisierend wirken. Es zwingt die Versicherten, ihrer gewählten Krankenkasse für mindestens 18 Monate treu zu bleiben – es sei denn, sie erhöht ihren Beitragssatz. Die beitragsgünstigsten Kassen für jedes Bundesland finden Sie in unserem Infodokument.

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