Das richtige Krankenhaus finden

Kassenpatienten dürfen sich nicht in jeder Klinik behandeln lassen. Der Arzt muss zwei geeignete Häuser in der Nähe bestimmen.

Rund 16,8 Millionen Menschen werden jährlich in Deutschland in 2 166 Kliniken behandelt. Freie Wahl unter all diesen Krankenhäusern haben Kassenpatienten jedoch nicht.

Im Notfall wird der Patient in das nächste Krankenhaus gebracht. Das kann auch eine Privatklinik sein. Ansonsten darf der Arzt Kassenpatienten nur in Kliniken einweisen, die für die Abrechnung mit der Krankenkasse zugelassen sind.

Der Arzt ist per Gesetz aufgefordert, die beiden nächst erreichbaren geeigneten Häuser zu nennen. Aus diesen kann der Patient wählen. Doch welche Klinik ist wirklich geeignet?

Der Arzt hat meist Erfahrungen mit einzelnen Krankenhäusern. Doch auch der Patient kann im Gespräch Wünsche und Bedenken äußern.

Patienten informieren sich selbst

Die Patienten können sich anhand der Qualitätsberichte der Kliniken vorab selbst im Internet ein Bild machen. Für jeden zugänglich ist zum Beispiel die Seite www.g-qb.de, ein Projekt von Krankenkassenverbänden und privaten Krankenversicherern. Der Verband der Angestelltenkrankenkassen (VdAK) und der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband hat die Seite www.klinik-lotse.de eingerichtet. AOK-Versicherte können auch den „Krankenhaus-Navigator“ nutzen.

Im Internet kann der Patient herausfinden, welche Kliniken in der Umgebung eine Operation besonders häufig durchgeführt haben, wie die technische Ausstattung ist und welche Behandlungsschwerpunkte sie setzen. Über Schwächen wie Komplikationen und Infektionen in der Klinik erfahren sie meist ­jedoch nichts.

Patienten sollten für die Internetrecherche genügend Zeit einplanen. „Die Berichte könnten übersichtlicher gestaltet sein“, kritisiert Kai Vogel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Deren Fachleute haben sich die Qualitätsberichte von 110 Krankenhäusern genauer angesehen.

Die Patienten müssten sich zum Teil durch bis zu 180 Seiten lange Dokumente arbeiten, erklärt Vogel. „Außerdem wäre es sinnvoll, mehr Informationen über Art und Qualität der Behandlung patientengerecht darzustellen.“ Dennoch seien die Berichte eine Orientierungshilfe, um Einfluss auf die Krankenhauswahl des Arztes nehmen zu können.

Entscheidet sich der Patient ohne zwingenden Grund für eine andere Klinik, kann seine Kasse von ihm Geld verlangen, wenn Mehrkosten entstehen. Eine private Zusatzversicherung würde diese Kosten in der Regel für ihn übernehmen (siehe „Unser Rat“).

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