Eine Kaskoversicherung deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Die Vollkasko bietet mehr Schutz als die Teilkasko, ist aber fast immer teurer.

Jeder Autofahrer kann sich frei entscheiden, ob er eine Kaskoversicherung abschließen möchte oder nicht. Die Kaskopolice ist ­ anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung ­ für niemanden Pflicht. Mit der Kaskopolice versichert ein Autobesitzer Schäden am eigenen Wagen, zum Beispiel Unfall- oder auch Unwetterschäden. Die Kfz-Haftpflichtversicherung hingegen zahlt nach einem Unfall nur an das gegnerische Unfallopfer oder an verletzte Beifahrer ­ nicht aber an den Halter selbst.

Eine Kaskoversicherung lohnt sich vor allem bei neuen und wertvollen Autos. Als Faustregel gilt: Besitzer von Neuwagen und Autos bis zu einem Alter von etwa vier Jahren sollten eine Vollkaskoversicherung abschließen. Danach reicht in den meisten Fällen eine Teilkaskoversicherung aus. Nach insgesamt etwa acht Jahren ist meistens überhaupt kein Kaskoschutz mehr nötig. Wer allerdings ein außergewöhnlich wertvolles Auto fährt, wird es wahrscheinlich länger versichern wollen.

Die Vollkaskoversicherung unterscheidet sich von der Teilkaskoversicherung vor allem in zwei Punkten: Die Vollkasko übernimmt auch die Kosten für Reparaturen nach selbstverschuldeten Unfällen und für Vandalismusschäden. In der Teilkasko gibt es hierfür kein Geld. Beide Versicherungen zahlen aber nach Schäden am Fahrzeug durch Blitzschlag, Brand, Sturm, Hagel, Überschwemmung, Glasbruch, Kurzschluss der Verkabelung und nach einem Diebstahl des Wagens sowie einem Wildunfall.

Die Vollkaskoversicherung mit ihrem umfassenderen Schutz ist in der Regel natürlich teurer als die Teilkaskoversicherung. Allerdings muss das nicht immer so sein. Bei den Vollkaskotarifen können sich die Autofahrer nämlich einen Schadenfreiheitsrabatt erfahren und so ihre Prämie im Laufe der Jahre stark drücken. In der Teilkasko geht das nicht. Für Autofahrer, die sich sehr preisgünstig Vollkasko versichern können, gibt es keinen Grund, in die Teilkasko zu wechseln.

Preisbewusste Autofahrer sollten zudem eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Das kann die Höhe der Prämie beträchtlich senken. Bei der Vollkasko sind 650 bis 1.000 Mark sinnvoll, in der Teilkasko 300 Mark.

Ersatzansprüche

In der Kaskoversicherung darf die Ersatzleistung den Kunden ­ wie in anderen Versicherungssparten auch ­ nicht reicher machen, als er vor dem Schaden war. Bei ihrer Bemessung wird in der Regel deshalb der so genannte Wiederbeschaffungswert zugrunde gelegt, den das beschädigte oder zerstörte Auto oder Autoteil am Schadenstag hatte.

Gewöhnlich ist der Wiederbeschaffungswert nahezu identisch mit dem Marktwert des Autos oder des beschädigten oder gestohlenen Autoteils. Die Obergrenze für die Ersatzleistung ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers am Schadenstag. Restwerte werden angerechnet.

Bei Autodiebstahl ziehen die meisten Versicherer 10 Prozent vom Wiederbeschaffungswert ab, wenn das Fahrzeug nicht mit einer anerkannten elektronischen Wegfahrsperre ausgerüstet war.

Reparaturkosten

Der Wiederbeschaffungswert eines Autos stellt in der Kaskoversicherung auch bei der Reparatur die Leistungsobergrenze dar. Der Versicherer ersetzt allerdings außerdem noch die erforderlichen Nebenkosten, zum Beispiel für das Abschleppen. Kein Geld gibt es in der Kasko für Veränderungen am Auto, Verbesserungen, Verschleißreparaturen, Wertminderungen, Überführungs- und Zulassungskosten, Nutzungsausfall, die Kosten eines Ersatzwagens oder für Treibstoff. Außerdem soll mit der Reparatur eines Autos dessen Wert nicht steigen. Eine Versicherung ist nämlich lediglich dafür da, einen entstandenen Schaden zu ersetzen. Da sich der Wert eines Wagens aber erhöhen kann, wenn er zum Beispiel neu lackiert wird, dürfen die Versicherungen in diesen Fällen ihre Entschädigung kürzen.

Wann ist die Leistung fällig?

Steht die Schadenshöhe fest, muss der Versicherer das Geld innerhalb von zwei Wochen überweisen. Ist die Summe einen Monat nach dem Versicherungsfall noch immer unklar, kann der Kunde eine angemessene Vorschusszahlung verlangen.

Bei Diebstahl gilt grundsätzlich eine Wartefrist von einem Monat. Diese Frist läuft, um festzustellen, ob das Auto oder das gestohlene Autoteil nicht doch wieder aufgefunden wird.

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