Die Kaskoversicherung zahlt nicht, wenn ein Autobesitzer seinen Wagen einem Fremden anvertraut und der damit verschwindet.

Sie ersetzt nur Schäden durch Diebstahl. Verschwindet der Wagen aber während einer Probefahrt, ist das Betrug und kein Diebstahl. So hat es das Landgericht Coburg entschieden ­(Az. 11 O 70/07).

Zugrunde lag der Fall eines Mannes, der seinen Wagen im Internet angeboten und schnell einen Interessenten gefunden hatte. Der Käufer bestand darauf, die Probefahrt ohne den Eigentümer zu machen und nahm Ersatzschlüssel und Fahrzeugpapiere gleich mit. Als „Sicherheit“ ließ er einen Mercedes da, der sich aber als gestohlen erwies.

Ähnlich urteilte das Oberlandesgericht Saarbrücken (Az. 5 U 650/05-100). In diesem Fall hatte ein Paar seinen Wagen einem unbekannten Käufer am Flughafen zur Abholung überlassen und dafür zuvor einen ungedeckten Scheck über 38 000 Euro bekommen.

Auch dies ist nach Ansicht der Richter kein Diebstahl, da der Halter die Verfügungsgewalt über das Fahrzeug freiwillig abgegeben hatte. Dass das betrogene Paar immer noch den Fahrzeugschein vorweisen konnte, genügte nicht, um einen Diebstahl nachzuweisen. Die Kaskoversicherung musste für den Schaden nicht zahlen.

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