Kartoffeln Meldung

Bamberger Hörnchen (rechts) werden oft mit der französischen Sorte La Ratte (links) verwechselt. Die gibt es häufiger, weil sie weniger anspruchsvoll ist.

Das Bamberger Hörnchen ist die „Kartoffel des Jahres 2008“. Feinschmecker sind begeistert, Züchter motiviert.

Bamberger Hörnchen sehen aus wie dicke Finger, haben festes, hellgelbes Fleisch und bestechen mit nussigem Aroma. Beinahe wäre diese Kartoffelsorte aus Franken ausgestorben. Dass sie jetzt von Landwirtschafts- und Umweltorganisationen zur „Kartoffel des Jahres“ gekürt wurde, soll auch auf die Vielfalt der Knollensorten aufmerksam machen, die wie die „Hörnla“ (Mundart) von vielen Äckern verschwunden sind, weil sie sich maschinell schwer ernten lassen. Dank der beharrlichen Treue der Franken haben die Bamberger Hörnchen bei einigen Direktvermarktern überlebt. Das Saatgut interessiert jetzt wieder mehr Gärtner und Biolandwirte. Doch der Anbau ist aufwendig, die Ernte spärlich, die Sorte im Laden teuer. Deshalb ersetzt sie der Handel oft durch ähnlich anmutende, ertragreichere Sorten wie die „La Ratte“.

Forschen: Die Wissenschaft ist dem genetischen Kode alter Kartoffelsorten auf der Spur. Daraus könnten Neuzüchtungen für die Dritte Welt werden, die sättigend, nährstoffreich, preiswert und damit gut gegen Mangelernährung sind. Nicht zuletzt deshalb hat die Uno 2008 als „Jahr der Kartoffel“ ausgerufen.

Sättigen: In Kartoffeln stecken viele Vitamine, vor allem aber wichtiges Eiweiß, das in Verbindung mit Milch­produkten sogar noch den Wert von Fleischeiweiß übersteigt. Günstig sind auch die sättigenden Ballaststoffe und die ähnlich wirkende resistente Stärke, die in gekochten Kar­toffeln entsteht. Die Knollen sind figurfreundliche, natürliche Light-Produkte: Sie sättigen lange, haben aber nur rund 70 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Einkaufen: Kartoffeln gibt es das ganze Jahr, aber nur die späten Sorten eignen sich zum Einkellern. Lagern Sie die Knollen am besten dunkel und kühl (Keller, Vorratskammer).

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