Kartoffel­knödel und -klöße: Feine Unterschiede

In Bayern und Österreich spricht man von Knödeln, in Thüringen von Klößen. Nach traditionellen Rezepten bestehen sie alle aus ähnlichen Zutaten: aus geschälten, zerkleinerten, rohen und/oder gekochten Kartoffeln, Kartoffel­stärke, Salz. Auch Gewürze, Milch und Ei werden verwendet. Nach Belieben werden Klöße gefüllt, nicht nur mit Weiß­brotwürfeln (siehe Rezept: Dreierlei Kartoffelklöße aus test 11/2010).

Gekochte Kartoffel­klöße. Dafür werden gekochte Kartoffeln gepresst, mit Stärke oder Mehl, Salz und Muskatnuss vermengt. Eier machen die Klöße locker und leicht.

Gnocchi. Die italienische Klöß­chen­art wird aus gekochten Kartoffeln, Mehl und Eiern zubereitet. Für die typischen Streifen sorgt eine Gabel.

Kartoffel­knödel halb und halb. In den Teig kommen zu einer Hälfte gekochte, zur anderen rohe Kartoffeln. Daraus entstehen elastisch-lockere Klöße mit typischer Kartoffel­note. Sie heißen auch halb­seiden und sind als Fertigprodukt stark gefragt.

Rohe Kartoffel­klöße. Rohe Kartoffeln werden gerieben, etwas Essig sichert die helle Farbe. Nach dem Auspressen durch ein Tuch wird die Masse mit Wasser oder Milch über­brüht, Stärke bindet sie. Die Klöße sind leicht glasig und nicht so fein.

Thüringer Klöße. Für die Thüringer Identitäts­speise werden zwei Drittel rohe Kartoffeln mit einem Drittel gekochte Kartoffeln vermengt. Die Masse ergibt locker-elastische Klöße, die nach rohen Kartoffeln schme­cken. Erste Rezepte stammen aus dem 18. Jahr­hundert. Trotz der langen Tradition versagte das Bundes­patent­gericht 2010 den Klößen den Schutz als regionale Spezialität. Die Gründe: Sie würden heute viel in Bayern und Sachsen produziert, der Begriff Thüringer Kloß habe sich inzwischen von einer Herkunfts- zur Gattungs­bezeichnung gewandelt.

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