Kartoffel­chips

Salz und Fett: Machen Chips wirk­lich süchtig?:

Kartoffel­chips Alle Testergebnisse für Kartoffelchips 01/2013

Inhalt

Ist die Tüte erst­mal offen, ist es mit der Selbst­beherr­schung vorbei. Warum ist das so? Schuld sind Salz und Fett – und unsere urzeitliche Prägung. Das sollten Chipsesser vor der nächsten Knabberattacke im Hinterkopf behalten.

Hunger nach Salz. In unserem Körper erfüllt Salz lebens­wichtige Aufgaben. Der Hunger nach Salz ist ein lebens­wichtiger Instinkt, er ist schon mehrere Millionen Jahre alt und vergleich­bar mit dem Durst nach Wasser. Anders als wir heute kamen unsere Vorfahren nur schwer an Salz. Es entwickelte sich ein Biomecha­nismus, der die Suche nach Salz belohnt. Ein amerikanisch-australisches Forscher­team hat das an Mäusen untersucht. Erst gaben sie den Tieren wenig Salz. Der Salzhunger machte ihre Gehirne empfäng­licher für Dopamin. Bekamen die Mäuse dann wieder Salz, schütteten ihre Gehirne den belohnenden Boten­stoff aus. Auch die Sucht nach Drogen wie Kokain basiert auf diesem Mecha­nismus.

Lust auf Fett. Auch Fette über­nehmen lebens­notwendige Funk­tionen im Körper. Wie bei Salz kamen unsere Vorfahren nur schwer an sie heran. Und auch für unsere Lust auf Fett ist ein biologischer Mecha­nismus verantwort­lich. Heute gibt es fett­reiche Lebens­mittel im Über­fluss. Das macht es nicht leicht, ihnen zu widerstehen. US-Forscher stellten bei Tests an Ratten fest: Die Darm­zellen der Tiere geben eine körper­eigene Droge ab, die die Lust auf fettiges Essen fördert. Allein der Geschmack von Fett reichte aus, um die Produktion von Endocannabinoiden anzu­regen. Das sind körper­eigene Marihuana-artige Stoffe. Demnach verführen fettige Chips schon auf der Zunge dazu, mehr zu essen.

Beide Studien erschienen 2011 im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

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8.Gebot am 13.10.2019 um 20:03 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.03.2018 um 11:16 Uhr
Aluminiumbeschichtung

@Rhenium: Zum Zeitpunkt des Tests stand Aluminium noch nicht im Fokus, daher haben wir die Chips nicht dahingehend untersucht. Wir gehen jedoch davon aus, dass es sich um eine beschichtete Aluminiumfolie handelt, wie sie auch etwa bei Schokoladenumhüllungen und Joghurtdeckeln üblich ist. Aus Auslösen von Aluminium durch Korrosion wird damit unterbunden.(bp)

Rhenium am 05.03.2018 um 16:36 Uhr
Aluminiumbeschichtung

So weit ich weiß, sind Chips u.ö. in aluminiumbeschichteten Tüten oder Röhen verstaut. Mich würde mal interessieren, ob sich das Metall durch die salzigen Speisen löst und in nennswerter Menge in das Lebensmittel übergeht? Danke.

Landorin am 30.03.2013 um 18:59 Uhr
Kettle Chips - ohne Geschmacksverstärker?

Hallo,
bei Kettle Chips vermisse ich im Artikel noch den Hinweis, dass diese keine Geschmacksverstärker enthalten (laut Hersteller), was bei Chips ja sehr selten ist.
Vielleicht kann dies genauer überprüft und ggf. ergänzt werden?

andreas.e am 14.03.2013 um 13:26 Uhr
Früher mit Glutamat, heute mit "Käsepulver"

Oh ja. Da haben Sie bei mir wirklich einen Nerv getroffen. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Glutamat ich - pardon - 'gefressen' habe in meiner Jugend - nicht zuletzt durch Kartoffelchips. Da kommen bestimmt ein paar Kilogramm zusammen. Heute steht aus den Verpackungen zwar nicht mehr der verrufene Mononatriumglutamat mit drauf, er wird aber auf andere weise versteckt ("Hefeextrakt", "Würze"). Mir sind aber Verpackungen untergekommen, auf denen ich weder die eine oder andere "Tarnbezeichnung" fand: diese hatten aber etwas aufgedruckt, an das ich mich definitiv "von früher" nicht erinnern kann: 'Käsepulver'! Ich gehe jede Wette ein, dass der "Geschmacksverstärker" (ohne den Kunstprodukte wie Kartoffelchips gar nicht auskommen KÖNNEN, sonst schmecken sie fad) im Käsepulver versteckt ist. Leider haen Sie darauf aber diesesmal nicht getestet: es wäre genau der Punkt gewesen, der mich interessiert hätte!