Kartenmissbrauch Kundenfreundliche Urteile

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Immer mehr Richter stehen auf der Seite des Kunden, wenn Diebe dessen ec-Karte stehlen und am Automaten das Konto ausräumen. In der Vergangenheit nahmen Gerichte oft von vornherein an, dass der Kunde mit der Geheimzahl geschlampt habe und deshalb selber den Schaden tragen müsse. Dafür – so argumentierten die Richter – spreche die Lebenserfahrung. Die Kunden gerieten regelmäßig in Beweisnot.

Doch nun dreht der Wind. Das Amtsgericht Essen ließ jetzt die Postbank abblitzen (Az. 21 C 599/02). Deren Kundin hatte erklärt, dass Diebe die Karte gestohlen hätten, und belegte mit Fotos, dass man die Pin am Postbankautomaten leicht ausspähen könne. Daraufhin hatte die Bank den schwarzen Peter. Sie musste beweisen, dass die Kundin mit der Pin geschlampt hatte. Das konnte die Bank nicht – und zahlte den Schaden selbst.

Auch das Amtsgericht Dortmund verurteilte unlängst ein Kreditinstitut, den Verlust selber zu tragen. Diebe könnten gerade in Geschäften die Nummer sehr leicht ausspähen (Az. 127 C 8948/02). Die Bank müsse daher beweisen, dass der Kunde geschlampt oder selber Geld gezogen habe.

Vor diesen Entscheidungen hatten schon das Landgericht Frankfurt am Main und das Landgericht Osnabrück den Kreditinstituten einen Dämpfer verpasst.

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