Der Bundesgerichtshof hat den Streit um die Sicherheit von Maestro-Karten (früher: ec-Karten) beendet. Es hat entschieden, dass das Verfahren mit Karte und Geheimnummer (Pin) sicher sei (Az. XI ZR 210/03).

Einer Bankkundin war auf einem Fest die Geldbörse mit Karte gestohlen worden. Der Dieb zog kurz darauf Geld am Automaten, insgesamt verschwanden so rund 1 000 Euro. Stets gab der Dieb dabei auf Anhieb die richtige Pin ein.

Nach Auffassung der Richter spricht in so einem Fall die Lebenserfahrung dafür, dass die Kundin Nummer und Karte gemeinsam aufbewahrt hatte oder sie sogar auf der Karte notiert haben musste. So etwas wäre grob fahrlässig. Den Anschein eines Fehlverhaltens konnte die Kundin nicht entkräften. Sie bleibt nun auf dem Schaden sitzen.

Geschädigte Kartenkunden sollten aber auch nach dem BGH-Urteil nicht sofort aufgeben. Zwar kann nun niemand mehr ein Gericht damit überzeugen, dass die Pin „geknackt“ worden sei. Doch mitunter gelingt es Kunden auch anders, den gegen sie sprechenden Anschein zu erschüttern. Es reicht, wenn sie plausibel machen, dass es auch anders als durch ihre Schlampigkeit zum Missbrauch gekommen sein kann.

  • So war ein Kunde vor dem Oberlandesgericht Stuttgart erfolgreich (Az. 9 U 63/01). Er wies nach, dass er seine Karte nie am Automaten eingesetzt hatte.
  • Ebenfalls erfolgreich war eine Kundin vor dem Landgericht Berlin. Ihr Ehemann sagte aus, dass die Frau die Pin nach Erhalt nicht notiert hatte, zudem hatte sie die Karte nie mit Pin genutzt (Az. 2-15 S 91/02).
  • Schließlich gewann ein Kunde auch schon einmal vor dem BGH. Diebe benutzten nach einem Wohnungseinbruch dessen Karte. Der Kunde erklärte daraufhin, Karte und einen Zettel mit der Pin in verschiedenen Räumen aufbewahrt zu haben. Keine grobe Fahrlässigkeit, meinte der BGH. Den Schaden zahlte die Bank (Az. XI ZR 42/00).

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