Wieder hat ein Gericht nach Missbrauch einer Kreditkarte für den Kunden entschieden. Das Landgericht Osnabrück gab der Klage eines Kunden gegen die Bank statt (Az. 7 S 641/02).

Nachdem dem Kunden die Karte gestohlen worden war, zog ein Unbekannter mit Karte und Geheimnummer am Automaten Geld. Die Bank belastete das Konto und erklärte, schon der „Beweis des ersten Anscheins“ spreche dafür, dass der Kunde mit der Nummer geschlampt habe und haften müsse.

Noch teilen viele Gerichte diese Ansicht, aber nicht das Osnabrücker Gericht. Diebe könnten die Nummer zu leicht über die Schulter, mit Kameras oder technischen Tricks ausspähen. Um sich ein Bild zu machen, war der Richter einkaufen gegangen und hatte festgestellt, dass es oft unmöglich ist, beim Zahlen fremde Blicke abzuwehren.

So sah er keinen Grund, einfach die Sicherheit des Zahlungssystemes anzunehmen und dem Kunden prinzipiell den grob fahrlässigen Umgang mit der Geheimnummer zu unterstellen.

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