Kartendiebstahl Meldung

Gestohlene Maestro-Karten können jetzt besser gegen Missbrauch gesperrt werden.

Betrug mit Kreditkarten und Maestro-Karten (früher: ec-Karten) hat in den vergangenen fünf Jahren explosionsartig zugenommen. Wer bestohlen wurde kann zwar die Karte sofort bei der Bank sperren lassen. Aber der Dieb kann dann weiterhin im Lastschriftverfahren damit einkaufen – also ohne Pin-Geheimzahl, indem er nur die Karte vorlegt und den Kassenzettel unterschreibt. Immerhin kann der Geschädigte die unberechtigten Abbuchungen rückgängig machen. Doch ihm bleibt der Ärger. Um auch den zu vermeiden, bietet die Polizei nun in vielen Bundesländern die Möglichkeit, gestohlene Karten auch für den Lastschrifteinsatz sperren zu lassen. Das Konzept wird kurz „Kuno“ genannt. Die Abkürzung steht für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr durch Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“. Es funktioniert so: Der Bestohlene kann die erweiterte Kartensperre auf jeder Polizeiwache veranlassen, zum Beispiel wenn er den Diebstahl anzeigt. Die Polizisten tragen dann in einem speziellen Formular Bankleitzahl, Kontonummer und Kartennummer ein. Die Kartendaten werden an den Einzelhandelsverband und an Händler übermittelt. Die Karten werden dann von den Kassen im Einzelhandel abgewiesen.

In Sachsen sank die Zahl der Betrugsfälle nach Einführung von „Kuno“ in fünf Monaten auf nahezu ein Sechstel. Dennoch fordert die Polizei die Händler auf, das Lastschriftverfahren durch das sichere ec-Cash-Verfahren mit Pin-Geheimzahl zu ersetzen. Viele Ladeninhaber lehnen das aber ab, weil die Banken dafür hohe Gebühren nehmen.

  • „Kuno“ gibt es derzeit flächendeckend in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Thüringen sowie in Bielefeld, Hannover, Magdeburg und München.

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