Karten sperren Meldung

Wer grob fahrlässig handelt, haftet für alle Folgeschäden, egal wie schnell die Kartensperre erfolgte.

Für knapp 20 Euro im Jahr nehmen Dienstleister ihren Kunden im Notfall die Sperrung aller Plastikkarten ab.Diese Ausgabe will aber gut überlegt sein.

Die Zeit ist reif. Reif für eine ­bundesweit einheitliche zentrale Notrufnummer für Verlustmeldungen von Kreditkarten. Und nicht nur das. „Unter einer solchen Rufnummer muss der Verbraucher alles sperren lassen können, was unter das Schlagwort elektronische Berechtigung fällt“, sagt Michael Denck vom Verein Sperr e. V. Genauso, wie man bei einem Unfall die Feuerwehr ruft (112) oder bei einem Einbruch die Polizei (110).

„Am liebsten hätten wir die 114. Wichtiger ist aber, dass die Nummer rund um die Uhr gebührenfrei erreichbar ist und dass man darüber Zugang zu allen Sperrzentralen hat, egal ob es sich um ec-, Krankenkassen- oder Kreditkarten, die Sim-Karte im Handy, das Onlinegirokonto, digitale Signaturen oder auch künftige elektronische Ausweise handelt.“

Am schönsten wäre es, so Michael Denck, wenn die Notrufnummer Anfang 2003 einsatzbereit wäre. Doch noch muss die Finanzierung geklärt werden, denn die muss zuletzt der Verbraucher tragen, zum Beispiel über die Kreditkartenjahresgebühr. Im Verein Sperr e. V. arbeiten Verbände, Organisationen und Unternehmen zusammen, die Banken und Sparkassen, Informatikunternehmen und Telekommunikationsdienstleister vertreten.

Sicherheit hat ihren Preis

Bis es einen einheitlichen Notruf gibt, muss jeder, dem sein Plastikgeld abhanden kommt, selbst bei den einzelnen Sperrnummern anrufen.

Oder man beauftragt Unternehmen wie Karte weg AG, Card Protection Plan GmbH (CPP) und KeySecurity AG. Die setzen auf das Sicherheitsbedürfnis und die Bequemlichkeit der Verbraucher. Sie bieten an, die Daten aller Karten mit Zahlungsfunktion zu speichern und Kopien von wichtigen Dokumenten wie Personalausweis, Reisepass, Führerschein oder Flugticket bereitzuhalten.

Der Kunde muss dann im Notfall nur die Servicenummer der Firma anrufen und sich mit einem Passwort legitimieren. Die Sperrung der Karten übernehmen dann die Mitarbeiter von Karte weg, CPP oder KeySecurity, denen dazu vorher die Vollmacht erteilt wurde. Auf Wunsch versenden Karte weg und CPP an einen angegebenen Ort auch Kopien von Dokumenten oder helfen im Notfall mit Bargeld aus.

Der Service kostet in der einfachsten Variante (Einzelperson) im Jahr bei Karte weg 14,90 Euro und bei CPP 19 Euro. Bei KeySecurity kostet es im Jahr 21 Euro. Für Partner- und Mehrjahresverträge gibt es bei allen drei Anbietern ­Rabatte.

Girokonto oder Kreditkarte

Einen so genannten Kartenschutz gibt es auch über manches Girokonto. Das sind meist Konten, die außer der normalen Kontoführung noch Extras anbieten.

Bei der Nassauischen Sparkasse ist zum Beispiel im Girokontomodell Ego/N Pro (8 Euro im Monat) neben anderen Dienstleistungen der Kartenschutz und die Registrierung der wichtigsten Dokumente enthalten. Solche Angebote gibt es auch bei anderen Banken und Sparkassen.

Manche Kreditkartenherausgeber bie­ten neben der Sperrung der Karten auch den Dokumentenservice an. Diese Dienstleistung ist bei Goldkarten meist im Jahrespreis enthalten, ansonsten kostet sie extra: bei der w&v-Card 10 Euro, bei der Barclaycard Classic 16 Euro und bei American Express 20 Euro.

Alternativ können Sie auch eine vertrauenswürdige Person um diese Dienst­leistung bitten. Der Vorteil ist, dass es nichts kostet, höchstens einen Blumenstrauß oder einen Abend im Biergarten.

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