Karriere meistern Special

Die Bilderbuchkarriere ohne Brüche? Der Vollzeitjob ohne Befristung? 40 Jahre in derselben Firma? Diese Jobmodelle gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. Lücken im Lebenslauf sind keine Seltenheit, ständige Jobwechsel auf dem Vormarsch. Wer sich beruflich neu orientiert, muss fit sein für den Neustart und Fehler vermeiden. Welche Produkte, Kurse und Beratungen dabei helfen, sagt test.de.

Ein Jobwechsel trifft jeden einmal: Den Aufsteiger, der zum Sprung auf der Karriereleiter ansetzt und dafür den Arbeitgeber gegen einen neuen eintauscht. Den Umsteiger, der nach vielen Jahren feststellt, dass sein Beruf doch nicht zur Selbstverwirklichung taugt. Die Wiedereinsteigerin, die nach langer Erziehungszeit den Anschluss ans Berufsleben nicht mehr findet. Oder den Arbeitslosen, dem das Warten auf einen neuen Job zu lange dauert und der sich lieber selbstständig macht.

Sie alle kommen im neuen test Spezial „Karriere“ auf ihre Kosten. Mehr als 150 Testergebnisse wurden dafür zusammengetragen. Tester der Stiftung Warentest nahmen an Berufsfindungskursen und Bewerbungstrainings teil und ließen sich über die Möglichkeiten einer Existenzgründung beraten; Gutachter lasen Karriereratgeber und probierten Bewerbungs-CD-Roms aus. Das Heft zeigt auf, wie man selbst aktiv werden und den Jobwechsel anpacken kann. Weiterbildung spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie ist längst nicht mehr nur Sache des Arbeitgebers. Heute muss jeder einzelne dazu beitragen, beruflich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Auch Wissenschaftler plädieren für ein Umdenken.

Was will ich erreichen? Welche Weiterbildung ist dafür notwendig? Wie bewerbe ich mich richtig? Wer berät mich vor der Existenzgründung? Jeder, der im Beruf noch einmal durchstarten will, steht vor mindestens einer dieser Fragen. Deshalb heißen die Kapitel des test Spezials „Karriere“ auch „Klären“, „Orientieren“, „Bewerben“ und „Gründen“.

Klären: Wo will ich hin?

Wer im Job unzufrieden ist oder neu durchstarten will, muss klären, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Dabei helfen Online-Eignungstests. Sie geben Aufschluss darüber, welche sozialen Kompetenzen der Nutzer mitbringt und wie team- oder konfliktfähig er ist. Mit einem Klick am Computer ist es meist aber nicht getan, wenn man sich neu orientieren möchte. Auch spezielle Karriereratgeber dienen der Standortbestimmung.

Wer Wert auf persönliches Feedback legt, ist mit Kursen zur Berufsfindung und Karriereplanung gut beraten. Häufig kommen Unzufriedene dort ihrem Traumjob näher und wagen nicht selten den Neustart. So wie der Berliner Andreas Dürr. Im Porträt schildert er, wie er im Seminar seinen Wünschen nachspürte, Energie tankte und schließlich den Sprung in einen neuen Job wagte. Deutlich teurer als ein Berufsfindungskurs, dafür aber besonders individuell, ist das Karriere-Coaching. Nicht mehr nur Top-Manager, auch Personalverantwortliche, leitende Beamte oder Selbstständige nehmen diese persönliche Beratung in Anspruch. Zusammen mit dem Coach gehen sie beruflichen Problemen auf den Grund und entwickeln neue Perspektiven.

Orientieren: Wie komme ich dorthin?

Top ausgebildet und trotzdem auf dem Abstellgleis – diese Erfahrung musste Ekkehard Heim machen. Im Porträt schildert der Vertriebsleiter, wie er dank einer Weiterbildung im Job wieder Fuß fasste. Der Kurs wurde vom Staat finanziert – allein hätte Ekkehard Heim das Geld nicht aufbringen können. So geht es vielen. Da ist es gut, dass es für fast jede Personengruppe eigene Fördermöglichkeiten gibt.

Um die Gelder sinnvoll einzusetzen, sollte man den Kurs sorgfältig auswählen. Bei mehr als 400 000 Weiterbildungsangeboten ist das nicht leicht. Weiterbildungsdatenbanken helfen, sich einen Überblick zu verschaffen. Wer eine persönliche Beratung braucht, wendet sich meist an die Arbeitsagenturen. Sie sind per Gesetz zur Beratung in puncto Weiterbildung verpflichtet. Im Gespräch versagen die Berater allerdings. Oft gehen sie nicht auf den individuellen Fall ein, haben zu wenig Zeit oder sind schlicht überfragt.

Bewerben: Wie mache ich auf mich aufmerksam?

Meist geht dem beruflichen Neustart ein anstrengender Bewerbungsmarathon voraus. Besonders schwierig ist es für ältere Bewerber. Nur wenige Arbeitgeber wissen den Erfahrungsschatz und das Potenzial von Mitarbeitern 45plus zu schätzen. Erlauben können sie sich das aber nicht, denn schon im Jahr 2020 wird fast jeder dritte Beschäftigte älter als 50 Jahre sein. Heute ist es noch jeder Fünfte.

Doch nicht nur ältere Bewerber haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt. Auch in begehrten Branchen, in denen die Nachfrage groß und das Angebot rar ist, sieht es oft düster aus. So wie im Fall der 30-jährigen Marie Prott. Im Porträt schildert sie, wie sie nach einem guten Uni-Abschluss ein Jahr lang händeringend nach einem Job suchte.

Gute Karten bei der Jobsuche hat, wer sich sorgfältig vorbereitet. Wie man im Vorstellungsgespräch überzeugt und eine Bewerbungsmappe einwandfrei gestaltet, lernen Teilnehmer im Bewerbungstraining. Gute Kurse gibt es schon für weniger als 50 Euro. Die perfekte Vorbereitung auf´s Bewerben gelingt auch allein zuhaus: Bewerbungsratgeber decken alle Phasen der Jobsuche ab; mit spezieller Software kann man die Unterlagen sogar direkt erstellen.

Gründen: Ist das eine Alternative für mich?

Für viele Unzufriedene, Mütter und Arbeitslose ist das eigene Unternehmen die beste Alternative. Sind Gründer aber schlecht oder gar nicht informiert, scheitern sie besonders oft. Dem beugt vor, wer an speziellen Gründungsseminaren teilnimmt oder sich beraten lässt. Im Idealfall gibt es dort Tipps und Infos rund um Businessplan und Finanzierungsmöglichkeiten. Wie man es auch ohne jede Unterstützung packt und ganz nebenbei einen Gründerinnenpreis gewinnt, weiß Janna Simoneit. Im Porträt erzählt sie, wie sie ihren BioBuffet- und Menuservice quasi aus dem Nichts aufbaute und bis heute damit erfolgreich ist.

Sonderheft

Karriere meistern Special

Diese und viele weiterführende Informationen rund um das Thema Traumjob stehen im aktuellen test Spezial „Karriere. Für Aufsteiger, Umsteiger und Wiedereinsteiger“. Das Heft hilft bei der Entscheidung für die richtigen Kurse und Trainings, stellt die besten Bücher vor und gibt eine Übersicht über die wichtigsten Fördertöpfe für Lerner und Existenzgründer. Es informiert über Abschlüsse in der Weiterbildung und zeigt auf, wie man mit einer Onlinebewerbung überzeugt. Das Sonderheft hat 96 Seiten und kostet 7,50 Euro.


Interviews: Bewerben und lebenslanges Lernen
Podcast: Traumjob für den Neuanfang
Podcast: Bewerbung – ein maßgeschneiderter Auftritt
Podcast: Zurück aus der Familienpause

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